Huaraz

Die Stadt Huaraz liegt mitten in den Anden auf ca. 3.000 m Höhe. Da ich noch sehr müde von den letzten beiden Tagen war (ich habe zwei Nächte hintereinander im Bus verbracht), und ich mich erst einmal an die Höhe gewöhnen wollte, bin ich den ersten Tag in der Stadt geblieben und habe mich dort ein bisschen umgesehen. Wie in den meisten peruanischen Städten gibt die Stadt selbst aber nicht sehr viel her. Huaraz ist vor allem für sehr schöne mehrtägige Treks bekannt. Es gibt aber auch tolle Tagesausflüge, die man von dort aus machen kann.

Einen Unterschied zu den anderen Orten, an denen ich bis jetzt war, habe ich bei meiner Ankunft im Hostel gleich festgestellt: Bis jetzt war es (außer in Lima) immer so, dass ich – mit ganz wenigen Ausnahmen – die einzige Nicht-Peruanerin in den Hostels und bei den Touren war. Da viele Peruaner wegen Corona noch online arbeiten, nutzen sie das oft aus und reisen im Land herum. Internationale Touristen gibt es im Norden kaum, da die größten touristischen Attraktionen alle im Süden von Peru liegen. In Huaraz waren dann aber auf einmal kaum Peruaner, dafür umso mehr Israelis. Was in Deutschland und Österreich das Work-and-Travel-Jahr in Australien ist, ist in Israel nämlich der Huayhuash-Trek mit Huaraz als Ausgangspunkt. Somit wurde im Hostel gefühlt mehr Hebräisch als Spanisch oder Englisch gesprochen 😅.

An meinem zweiten Tag in Huaraz habe ich dann einen Tagesausflug zu der wunderschönen Laguna Parón gemacht. Dafür sind wir mit dem Bus zum See auf 4.200m gefahren und dann dort ca. 40 Minuten zu einem Aussichtspunkt gewandert, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf die Laguna und die umliegenden Berge hat. Der Aufstieg war ziemlich abenteuerlich. Auch wenn die Distanz nicht sehr weit war, geht einem auf dieser Höhe relativ schnell die Luft aus. Außerdem führte der zweite Teil der Wanderung über ein Steinfeld, über das wir mehr geklettert als gewandert sind 😄. Leider ist in Huaraz bereits die Regenzeit angebrochen, weshalb das Wetter nicht ganz mitgespielt hat. Den berühmten Berg Artesonraju, den man aus dem Logo von Paramount Pictures kennt, haben wir leider nur teilweise gesehen, da der markante, schneebedeckte Teil im Nebel versunken ist. Beim Aussichtspunkt hat es dann auch relativ stark zu regnen begonnen; deshalb sind wir dann schnell wieder zurückgewandert.

Laguna Parón 😍

Meine zweite Tour in Huaraz führte mich zum Gletscher Pastoruri. Dieser liegt – wie auch die Laguna Parón – im Huascarán-Nationalpark. Am Eintrittspreis in den Nationalpark merkt man relativ schnell, wer welche Teile des Parks verwaltet. Während ich zur Laguna Parón (verwaltet von der lokalen Bevölkerung) nur 5 Soles Eintritt bezahlt habe, waren es beim staatlich verwalteten Pastoruri-Gletscher 30 Soles (für Ausländer; Peruaner bezahlen nur 12). Am Weg zum Gletscher haben wir an unterschiedlichen Stellen Halt gemacht, um uns weitere Lagunen oder die berühmten Puya Raimondii anzusehen. Dabei handelt es sich um eine Pflanzenart, die (laut unserem Guide, Wikipedia sagt etwas Anderes 😁) ausschließlich in Peru auf einer Höhe von 3.800-4.200m wächst. Die Pflanze sieht sehr spannend aus und zeigt sich in drei unterschiedlichen Stadien. Die grünen Gewächse sind die jungen, die schwarzen „Pfähle“ die älteren und die gelben die abgestorbenen Pflanzen.

Puya Raimondii

Zum Gletscher sind wir dann wieder ca. 40 Minuten gewandert – dieses Mal auf ca. 5.000 m Höhe. An dieser Stelle sieht man auch die traurigen Auswirkungen des Klimawandels. In den letzten 30 Jahren hat der Gletscher über 20% seiner Größe verloren. Der See unterhalb des Gletschers breitete sich zwischen 2001 und 2013 von ca. 1.500 m² auf fast 67.000m² aus. Nachdem wir – abermals im Regen bzw. Schnee – zurück zum Bus gewandert waren, gab es dann noch ein spätes Mittagessen und dann fuhren wir wieder zurück nach Huaraz.

Pastoruri-Gletscher
Pastoruri-Gletscher

Weitere Eindrücke aus dem Huascarán-Nationalpark:

An meinem letzten Tag in der Stadt spazierte ich noch auf eigene Faust zu zwei Aussichtspunkten am Stadtrand und genoss den Ausblick über Huaraz und die angrenzenden Berge.

Für mich geht es jetzt wieder zurück nach Lima, von wo aus ich in die Amazonas-Stadt Iquitos fliege. Die nächsten vier Wochen verbringe ich nämlich in Padre Cocha, einem kleinen Dorf im Amazonas-Regenwald, wo ich als Freiwillige in einer Tierauffangstation mithelfen werde 😊

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