Pucón und Puerto Varas

Als ich in in Pucón ankam, vergaß ich fast für einen Moment, dass ich mich gerade in Südamerika befand. Die malerische Kleinstadt am See könnte nämlich durchaus auch ein Sommertourismus-Ort in Österreich sein (würde da nicht immer irgendwo ein Vulkan hervorblitzen 😁) . Kein Wunder also, dass ich mich hier sofort sehr wohlgefühlt habe 😊.

In und um Pucón gibt es auch richtig viel zu sehen. Nach meiner Ankunft bin ich gleich einmal herumspaziert und habe den wunderschönen Blick auf den Lago Villarrica genossen. Dafür hätte ich übrigens nicht einmal das Hostel verlassen müssen – das lag nämlich direkt am See 😊.

Pucón

Meine erste Wanderung von Pucón aus ging zum 8 km entfernten Claro-Wasserfall. Der Weg dorthin war zwar anstrengend, aber nicht wirklich aufregend. Die meisten Leute gehen nur die letzten 20 Minuten zu Fuß und fahren alles andere mit dem Auto. Deshalb ist auch nur das letzte Stück ein richtiger Wanderweg. Die erste Hälfte der Strecke ging ich eine viel befahrene Straße entlang, bevor ich dann eine richtig steile Schotterstraße hinauf zum Parkplatz wanderte. Die Einheimischen hatten anscheinend auch ziemliches Mitleid mit mir – es sind nämlich (Hin- und Rückweg zusammengezählt) insgesamt fünf Autos stehengeblieben und haben mich gefragt, ob ich mitfahren will 😄. Ich habe meine Wanderung aber konsequent zu Fuß durchgezogen 💪😁.

Claro-Wasserfall

Am nächsten Tag ging es dann gleich zum nächsten Wasserfall (dieses Mal aber mit dem Bus 😄). Nach einem kurzen Spaziergang am Strand von Caburgua fuhr ich weiter zu den Ojos de Caburgua, die man in ein paar Minuten über einen kleinen Wanderweg und Holzstege erreicht.

Caburgua-See mit Strand
Ojos de Caburgua

Außerdem machte ich wieder einmal einen richtig schönen Ausritt durch Wälder und Wiesen mit Blick auf die Vulkane der Umgebung 😊.

An meinem letzten Tag in Pucón wollte ich eigentlich im Nationalpark Huerquehue wandern gehen. Zum Schutz des Nationalparks und wegen Covid wird aber nur eine sehr begrenzte Anzahl an Eintrittstickets verkauft, von denen ich leider keines mehr erwischte. Ich habe mich dann noch extra bei einigen Touragenturen erkundigt, ob sie Kontingente für Leute haben, die bei ihnen buchen. Die ersten paar Agenturen haben abgesagt, schlussendlich habe ich dann aber doch eine gefunden, die eine (total überteuerte) Tour mit Transport und Eintritt in den Nationalpark verkaufte. Später haben dann aber auch sie gemerkt, dass es keine Tickets mehr gibt und die Tour wieder abgesagt (ist ja nicht so als hätte ich extra gefragt). Jetzt bin ich immer noch am Herumdiskutieren, weil sie sich weigern, mir das Geld zurückzugeben, obwohl die Tour nie stattgefunden hat 😩.

Ich habe mir dann stattdessen einen schönen (aber anstrengenden) Tag im Cañi-Naturschutzgebiet gemacht. Die lange Wanderung führte über insgesamt 17 km 1.100 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter. Am Weg nach oben gab es mehrere Aussichtspunkte, an denen ich kurz durchschnaufen konnte. Der Ausblick vom Gipfel war die Mühe aber definitiv wert 😊. Der Abstieg war dann auch noch einmal herausfordernd, weil der trockene Sand im steilen Gelände sehr rutschig war, und man die ganze Zeit aufpassen musste, nicht auf dem Hintern zu landen 😅 (Ich habe es auch FAST geschafft 😁🙈). Auf jeden Fall kam ich dann sehr erschöpft wieder unten an und habe mir erst einmal ein spätes Mittagessen gegönnt 😊.

Reserva Natural Cañi
Reserva Natural Cañi
Araukarien-Bäume sind für diese Region so typisch, dass sie ihr sogar den Namen gegeben haben (La Araucanía)

Laut meines eigentlichen Plans wollte ich von Pucón nach Puerto Montt weiterfahren, um dort einige Ausflüge in die Umgebung zu machen. Ich habe dann aber den sehr guten Tipp bekommen, mir lieber im nahegelegenen Puerto Varas eine Unterkunft zu suchen, da der Ort viel netter und entspannter ist als Puerto Montt. Nachdem ich mittlerweile beides gesehen habe, bin ich auch richtig froh über diese kurzfristige Planänderung (Danke, Mirjam!) 😊.

Puerto Varas ist, ähnlich wie Pucón, ein schöner Ort direkt am See, von dem aus man einige tolle Ausflüge machen kann.

Puerto Varas
Blick auf die umliegenden Vulkane

Ich habe dort als Erstes eine laaange Tagestour (von 7 Uhr morgens bis 10 Uhr abends) auf Chiloé, die zweitgrößte Insel Chiles, gemacht. Dort besichtigten wir unter anderem einige der berühmten Holzkirchen und machten eine Bootsfahrt entlang der typischen Pfahlbauten, die sogar zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Leider wurden im Dezember sechs dieser Fischerhäuser bei einem Großbrand zerstört 😢.

Kirche von Chacao
Kirche von Castro
Pfahlbauten von Castro

Außerdem besuchten wir den Parque Ecológico y Mitológico, einen Waldabschnitt, in dem die unterschiedlichsten Sagengestalten der Insel nachgestellt und erklärt werden. Chiloé gilt wegen der vielen dort existierenden Mythen nämlich auch als die „Magische Insel“.

Am nächsten Tag fuhr ich dann mit dem Bus nach Frutillar, einem kleinen Ort, der im 19. Jahrhundert von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Dort gibt es auch das Museo Colonial Alemán, in dem man sich ansehen kann, wie die Familien dort damals lebten.

Frutillar
Das Landshaus im Museo Colonial Alemán
Museo Colonial Alemán

Mit einer weiteren richtig schönen organisierten Tagestour fuhr ich dann noch in den Nationalpark Vicente Pérez Rosales und zum Osorno-Vulkan. Dabei machten wir zwei Bootsfahrten, einmal in der Laguna La Poza und einmal im Lago Todos Los Santos, besichtigten die Wasserfälle Saltos del Petrohué und fuhren ein Stück den Vulkan Osorno hinauf, wo ich dann auf eigene Faust noch ein bisschen herumgewandert bin 😊. Noch weiter hinauf kommt man übrigens mit einem Sessellift. Der Osorno ist nämlich einer von mehreren Vulkanen der Umgebung, auf denen man im Winter Skifahren kann 🤩. 

Lago Todos Los Santos
Lago Todos Los Santos
Saltos del Petrohué
Saltos del Petrohué
Blick vom Osorno-Vulkan
Blick vom Osorno-Vulkan
Gipfel vom Osorno-Vulkan

So schön die Vulkane anzusehen sind, sie stellen natürlich auch ein Risiko für die Bevölkerung dar. Viele Vulkane in Chile sind aktive Vulkane, so auch der Calbuco in der Nähe von Puerto Varas. Dieser brach 2015 ohne Vorwarnung aus, was dazu führte, dass so viel Asche auf die Stadt „regnete“, dass dort sogar Häuser unter dem Gewicht zusammenbrachen und Straßen nicht mehr befahren werden konnten (anscheinend lag an gewissen Stellen bis zu 1,5 m hoch Asche auf der Straße 😱). Gott sei Dank hat es in der Zeit danach aber viel geregnet, sodass die Asche relativ schnell weggespült wurde (und sehr viel gewachsen ist 😁).

Für mich geht es jetzt nach anderthalb Wochen in der Seenregion (und einem kurzen Stopp in Puerto Montt) entlang der legendären Carretera Austral durch Patagonien 😊.

Endlich in Chile – Meine Woche in Santiago

Ursprünglich hätte diese Reise ja in Santiago starten sollen (und zwar im November 2020 – HAHA 🙈). Da Chile die Grenzen aber erst sehr spät geöffnet hat, konnte ich auch im September 2021 noch nicht einreisen und musste umplanen. Mittlerweile darf man zwar rein, die Auflagen sind aber sehr streng: vollständig geimpft + geboostert, 2 PCR-Tests (einen, der bei der Einreise vorgezeigt werden muss, und einen direkt bei der Ankunft in Chile), Quarantäne bis das (negative) Ergebnis des 2. PCR-Tests da ist (max. 24 Stunden) und das übliche Einreiseformular, in dem man noch einmal erklären muss, dass man keine Symptome hat. Dazu kommt der sogenannte „Autoreporte“, ein Online-Formular, das noch einmal nach den Symptomen fragt und die ersten zehn Tage nach Einreise jeden Tag ausgefüllt werden muss (ist eine Arbeit von einer halben Minute, aber man sollte es halt nicht vergessen 😁).

Mit all den zu überprüfenden Dokumenten und dem PCR-Test hatte ich schon die Befürchtung, dass die Einreise eine Ewigkeit dauern wird. Der Flughafen in Santiago ist aber Gott sei Dank richtig gut organisiert, sodass alles sehr schnell ging und ich beim Test und bei der eigentlichen Einreise jeweils nur ca. 10 Minuten anstehen musste 😊.

Nach ca. 10 Stunden hatte ich dann auch mein PCR-Test-Ergebnis und konnte endlich die Stadt erkunden 😊. Im Gegensatz zu dem, was mir im Vorhinein oft gesagt wurde, gibt es in Santiago nämlich richtig viel zu sehen!

Zuerst besuchte ich die Klassiker im Zentrum der Stadt: Plaza de Armas, La Moneda, Teatro Municipal, Museo de Bellas Artes, etc. Am besten gefiel mir aber der Cerro Santa Lucia, ein Hügel direkt im Zentrum, auf dem ich ca. 2 Stunden herumspaziert bin. Dabei gab es an jeder Ecke irgendetwas Neues zu entdecken: imposante Gebäude, malerische kleine Plätze, Brunnen und natürlich der schöne Ausblick über die Stadt.

Kathedrale von Santiago
La Moneda
Cerro Santa Lucia
Cerro Santa Lucia
Cerro Santa Lucia

Am Fuße des Cerro Santa Lucia kann man dann gleich durch den Stadtteil Lastarria schlendern. Hier gibt es jede Menge nette Cafés und einen kleinen Buch- und Kunstmarkt.

Lastarria

Wenn man sich für Street Art interessiert, kann man auch durch das Viertel Yungay spazieren und die schönen Wandmalereien bewundern 😊

Street Art in Yungay

Außerdem befindet sich in Santiago mit dem Parque Metropolitano einer der größten Stadtparks der Welt (der größte Lateinamerikas). Zum Park gehört auch der Cerro San Cristóbal, der höchste Hügel der Stadt. Ich habe nur 1-2 Stunden im Parque Metropolitano verbracht, um die Aussicht zu genießen, es gibt dort aber die unterschiedlichsten Attraktionen (Zoo, Museen, Schwimmbäder, Wanderwege, etc.), sodass man gut auch ein paar Tage damit verbringen könnte, den Park anzusehen 😄

Ausblick vom Parque Metropolitano
Parque Metropolitano
Parque Metropolitano

Ein weiterer toller Ort, um dem Trubel der Stadt ein bisschen zu entfliehen, ist das Centro Artesanal Los Dominicos. Dort verkaufen die unterschiedlichsten Künstler ihre Arbeiten. Von Holz- und Metallarbeiten über Textilien und Keramik findet man hier alles, was das Herz begehrt 😁. Teilweise kann man den KünstlerInnen auch direkt bei der Arbeit zusehen. Mit den kleinen Cafés und Läden fühlt sich Los Dominicos an wie ein kleines Dorf mitten in der Stadt.

Los Dominicos
Los Dominicos

Es ist aber noch gar nicht so lange her, da sah das Leben in Chile noch ganz anders aus. Zwischen 1973 und 1990 herrschte General Augusto Pinochet in einer brutalen Militärdiktatur. Tausende Menschen (vor allem politische Gefangene) „verschwanden“, nachdem sie in eines der Gefangenenlager gebracht wurden. Viele von ihnen wurden bis heute nicht gefunden. Es gibt in Santiago mehrere Möglichkeiten, über die Geschehnisse dieser Zeit zu lernen. Am besten dafür geeignet ist wahrscheinlich das Museo de la Memoria y los Derechos Humanos, in dem dieser Teil der Geschichte unter anderem mit Zeitungsartikeln und Interviews von ehemaligen Gefangenen aufgearbeitet wird. Auch das Gebäude eines der ehemaligen Straflager (Londres 38) kann man besichtigen.

Ich persönlich finde es interessant und wichtig, mich bei meinen Reisen auch mit weniger schönen Themen der Geschichte zu beschäftigen, da es oft gerade die sind, die die heutige Gesellschaft und Politik des Landes am meisten prägen. So ging es ja auch bei den heftigen Protesten in Chile 2020 darum, die geltende Verfassung zu ändern, da diese noch aus den Zeiten der Militärdiktatur stammt und somit Punkte enthält, die in einer Demokratie einfach nicht mehr zeitgemäß sind.

Neben all den Sehenswürdigkeiten in der Stadt kann man von Santiago aus auch einige Touren in die Umgebung unternehmen. Dazu gehören zum Beispiel die Besichtigung der heute verlassenen Minenstadt Sewell (momentan wegen Covid leider nicht möglich) oder ein Ausflug ins Valle del Maipo mit dem Embalse El Yeso. Dabei handelt es sich um einen riesigen Stausee, aus dem 40% des Trinkwassers in Santiago stammen. In der Nähe gibt es auch einen kleinen Wasserfall, bei dem wir im Rahmen der Tour ebenfalls kurz stehengeblieben sind 😊.

Embalse El Yeso
El Yeso-Wasserfall

Meine Woche in Santiago verging also wie im Flug. Ich werde mich jetzt langsam weiter Richtung Süden „arbeiten“, um auch sicher dann in Patagonien zu sein, wenn es dort noch „warm“ ist 😊.

Cusco und Puno

Lange hat es gedauert, aber nach insgesamt fast drei Monaten in Peru habe ich es doch noch nach Cusco geschafft 😁. Circa anderthalb Wochen war ich in diesem Städtchen, in dessen Umgebung es so viel zu sehen gibt, dass man wohl Monate beschäftigt wäre (vor allem wenn man sich für mehrtägige Trekkingtouren begeistert) 😊. Cusco selbst ist voll mit alten, engen Gässchen, die zum gemütlichen Herumschlendern einladen (wenn man nicht gerade dabei ist, den Taxis Platz zu machen, die versuchen, sich irgendwie durchzuquetschen 😅).

Aufgrund der Höhe (3.400 m) ließ ich es am Anfang ruhig angehen und machte zuerst einmal eine halbtägige Tour zu unterschiedlichen archäologischen Städten in der direkten Umgebung von Cusco: Coricancha, Saqsaywaman, Q’enco, Puka Pukara und Tambomachay. Dazwischen machten wir noch einen kurzen Stopp bei einer kleinen Schneiderei, in der uns erklärt wurde, wie man echte Alpakawolle von Fake-Alpakawolle unterscheiden kann. Ich muss aber zugeben, dass die Unterschiede für mich entweder nicht ersichtlich oder einfach nicht in die Praxis umsetzbar waren. (Ich laufe halt normalerweise nicht mit einem Feuerzeug über den Markt und zünde Pullover an, um zu sehen, ob die Wolle brennt oder nicht 😂).

Coricancha
Saqsaywaman

Nach zwei relativ entspannten Tagen stand dann das absolute Highlight einer jeden Cusco- (bzw. Peru-) Reise am Programm. Gemeinsam mit Una (wir haben immer noch dieselbe Route 😁) mache ich mich auf den Weg nach Aguas Calientes, von wo aus wir am nächsten Tag früh morgens mit dem Bus zu Machu Picchu hinauffahren. Bevor wir die Ruinen besichtigen, ist aber noch eine Wanderung angesagt 😊. Und die ist anstrengender als gedacht: Der Weg zum Gipfel der Montaña Machu Picchu besteht nämlich zu 100% aus Stufen, die teilweise so steil und schmal sind, dass wir auf allen Vieren hinaufklettern müssen, um nicht nach hinten zu kippen 😅. Anscheinend liebt man es in Lateinamerika, überall haufenweise Stufen zu bauen, um die Höhenmeter möglichst schnell zu überwinden. Normale Wanderwege, die einfach nur steil nach oben gehen, hatte ich bis jetzt noch kaum.  Nach circa 1 Stunde und 45 Minuten sind wir dann aber oben angekommen und stehen (wenig überraschend – wir waren vorgewarnt) im dichten Nebel. Im Laufe des Vormittags zieht der Nebel aber normalerweise weg und man hat einen wunderschönen Ausblick auf Machu Picchu. Wir machten es uns also auf ein paar Bänken gemütlich, packten unsere Jause aus und warteten. Nach ca. 10 Minuten gesellte sich dann noch ein Kolumbianer zu uns. Er hatte für den Weg nach oben nur 50 Minuten gebraucht – sehr motivierend 😂.

Etwas später kamen dann noch ein paar Kolumbianer an; das waren dann aber auch schon die einzigen Menschen, die wir während unserer 2 Stunden am Gipfel zu Gesicht bekamen. Die meisten Leute wandern nämlich auf den Berg auf der anderen Seite von Machu Picchu, den man auf dem typischen Postkarten-Foto im Hintergrund sieht. (Das klassische „Eiffelturm-Phänomen“, – Benennung by me 😁 – das ich persönlich überhaupt nicht verstehe. Jeder muss rauf, um den Blick über Paris zu genießen, wobei beim Blick über Paris halt immer etwas fehlt, wenn man den Eiffelturm nicht sieht, weil man darauf steht 😄. Da gehe ich viel lieber auf einen anderen Aussichtspunkt und sehe den Eiffelturm.) Dasselbe gilt für Machu Picchu. Deshalb haben wir uns bewusst dazu entschieden, auf den Berg der gegenüberliegenden Seite zu wandern, um den berühmten Blick über Machu Picchu mit Berg direkt im Hintergrund zu bewundern 😊. Nach circa einer Stunde kam dann auch die Sonne heraus, sodass wir unsere hundert Fotos machen konnten, bevor wir dann wieder abstiegen und die beeindruckenden Ruinen besichtigten 😊. Danach fuhren wir auch schon wieder zurück nach Cusco. Unsere Wanderung spürten wir in den nächsten Tagen aber noch ordentlich in den Oberschenkeln 😅.

Aussicht von der Montaña Machu Picchu – Before
After

Trotzdem machten wir uns nach einem Tag Pause auf zur nächsten Wanderung. Mit einer geführten Tour ging es zur wunderschönen Laguna Humantay. Dafür fuhren wir mit dem Bus auf eine Höhe von ca. 3.800 m und wanderten von dort in ca. 1,5 Stunden hinauf auf 4.200 m – dieses Mal Gott sei Dank ohne Stiegen! 😊 Dank Coca-Tee und Unas Kräuterkapseln hatten wir mit der Höhe aber keine Probleme und die Wanderung war viel weniger anstrengend als die bei Machu Picchu. Am meisten beeindruckt hat uns bei der Tour aber eine 77-jährige Peruanerin, die zwar mit dem Pferd hinaufritt, nach ein paar Fotos in cooler Pose aber voller Elan und ohne ein Anzeichen von Müdigkeit hinunterwanderte.

Topmotiviert am Anfang der Wanderung 🙂
Laguna Humantay 🤩
Laguna Humantay
Una und „Oma“ 😄

Da für Una mit Wochenbeginn die Sprachschule startete, machte ich die nächsten beiden Touren dann wieder alleine.

Dabei ging es zuerst ins Valle Sagrado, ins Heilige Tal der Inka. Besonders interessant fand ich dabei die Terrassen von Moray. Hier bauten die Inka nicht nur die unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Produkte an, sie härteten bestimmte Sorten wie Kartoffeln oder Mais auch darauf ab, in anderen Höhen zu wachsen, als sie das normalerweise tun würden, indem sie sie langsam Stufe für Stufe an die neue Höhe gewöhnten. Außerdem besuchten wir auch die Salzterrassen von Maras und die archäologischen Städten Pisaq, Ollantaytambo und Chinchero.

Moray
Salineras von Maras
Ollantaytambo
Pisaq

Meine letzte Tour von Cusco aus führte mich dann noch zur Montaña Palccoyo. Durch die unterschiedlichen Mineralien im Boden bekommt der Berg bunte Farben. Die meisten Touristen fahren nicht zum Palccoyo sondern zum Vinicunca, dem klassischen „Rainbow Mountain“.  Dieser ist aber sehr überlaufen und liegt noch ein bisschen höher als der Palccoyo, weshalb in der Regenzeit oft Schnee liegt, sodass man die typischen Farben überhaupt nicht sieht. (Wie ich im Nachhinein von anderen gehört habe, war das auch an dem Tag der Fall, an dem ich unterwegs war.) Am Palccoyo lagen zwar auch ein paar Schneeflecken, richtig bedeckt waren die Berge aber nicht ☺️. Außerdem hatten meine Gruppe und ich (insgesamt 6 Personen) die drei bunten Berge, die man von den Aussichtsplattformen sieht, komplett für uns alleine. Das geht beim Vinicunca erfahrungsgemäß nur dann, wenn man hinaufsprintet und alle anderen hinter sich lässt (liebe Grüße an Markus und Karin 😁).

Palccoyo
Kleine Alpakalehre 😁 Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Alpaka, die man vor allem am Fell unterscheidet: das Huacaya-Alpaka (links) und das Suri-Alpaka (rechts)
Auch der Fluss ist rot

Bei meiner Abreise aus Cusco hieß es dann Abschied nehmen von Una 😢. Nachdem wir ca. drei Wochen sehr viel gemeinsam unterwegs gewesen waren, trennten sich hier unsere Wege. Una fährt jetzt noch weiter in den Norden, während meine Zeit in Peru schon fast vorbei ist. Einen kurzen letzten Stopp hatte ich dann aber doch noch vor.

Deshalb nahm ich noch einmal den Bus von Cusco nach Puno um von dort aus eine Tour zu den schwimmenden Inseln am Titicaca-See zu machen. Diese Inseln wurden von den Uros gebaut, die ursprünglich am Ufer des Sees lebten. In der Kolonialzeit flohen sie dann aber vor der Versklavung durch die Spanier auf den See und wohnten anfangs überhaupt nur in Booten. Später bauten sie dann kleine Schilfinseln, die sie mit Stöcken als Anker befestigten, sodass sie jetzt wie Boote am See treiben. Wenn diese Inseln gut gepflegt werden, können die Uros so ca. 40 Jahre auf ihnen leben, bevor sie sich wieder eine neue Insel bauen müssen. Der Tourismus ist für die Familien dort die Haupteinnahmequelle. Bevor man zu den Inseln kommt, gibt es eine Kontrollstelle, an der den Touranbietern mitgeteilt wird, zu welcher der 200 Inseln sie an dem Tag fahren dürfen. So wird sichergestellt, dass jede Insel gleich oft besucht und keiner vergessen wird.

Kontrollstelle der Uros
Inseln mit den traditionellen Booten der Uros
Modell der Bauweise der Inseln

Mein weiterer Plan wäre jetzt eigentlich gewesen, mit dem Bus nach Arequipa und von dort aus über die chilenische Grenze zu fahren. Wegen Omikron hat Chile aber die Öffnung der Landesgrenze zu Peru verschoben, weshalb mir nichts Anderes übrigbleibt, als noch einmal nach Lima zurückzukehren und mit einem richtig überteuerten Flug nach Chile einzureisen 🙈.

Arequipa

Nach einer langen Fahrt mit dem Nachtbus erreichte ich Arequipa. Die erste Zeit in der Stadt verbrachte ich damit, ein paar Sehenswürdigkeiten im Zentrum zu besichtigen. Dort gibt es zum Beispiel das berühmte Convento de Santa Catalina, in dem man die unterschiedlichen Räume des Klosters ansehen kann. Das wahre Highlight der Klosteranlage sind aber die bunten Mauern und vielen kleinen Gassen, die das Kloster fast wie eine „kleine Stadt in der Stadt“ wirken lassen.

Convento de Santa Catalina
Convento de Santa Catalina
Convento de Santa Catalina

Sehr interessant fand ich auch das Museo de Santuarios Andinos, in dem Opfergaben der Inka ausgestellt werden. Dazu gehören nicht nur Töpfe und kleine Figuren, sondern auch die Mumie „Juanita“, ein 12- bis 14-jähriges Mädchen, das eines von drei Kinderopfern war, die in einem Vulkan in der Umgebung von Arequipa gefunden wurden. Die anderen beiden Mumien waren bei ihrer Entdeckung bereits in einem sehr schlechten Zustand, Juanita wurde aber weiter oben im Vulkan begraben, weshalb ihre Mumie verhältnismäßig sehr gut erhalten blieb.

Foto von Juanita – Die Mumie selbst dürfen Besucher leider nicht fotografieren

Mein nächster Stopp war dann wieder weniger makaber 😁. Ich stattete nämlich der „Mundo Alpaca“ („Alpakawelt“) einen Besuch ab. Neben einer Boutique mit Kleidung aus Alpakawolle und einer kleinen Koppel mit ein paar Lamas und Alpakas gibt es dort auch ein kleines Museum, in dem erklärt wird, wie Alpakafell zu Wolle verarbeitet wird.  

Webarbeiten aus Alpaka-Wolle

Außerdem verbrachte ich auch Silvester in Arequipa. Gemeinsam mit Una und drei anderen Mädels aus ihrem Hostel ging ich in ein feines Restaurant essen. Danach verbrachte ich noch eine Weile bei ihnen im Hostel, bevor ich mich dann kurz nach Mitternacht wieder auf den Weg zu meinem Hostel machte. Wegen Silvester gab es an diesem Tag eine Corona-bedingte Ausgangssperre ab 23 Uhr, deshalb wollte ich nicht zu spät noch durch die Straßen laufen 😅.

Silvester-Essen

Jeder, der schon einmal in Arequipa war, weiß, dass ein Besuch der Stadt nicht vollständig ist, wenn man nicht zumindest eine Tagestour zum Colca-Canyon gemacht hat. Der Canyon ist nicht nur sehr beeindruckend anzusehen, sondern auch dafür bekannt, dass man dort oft Anden-Kondore zu Gesicht bekommt. Dieses Glück hatten wir zwar leider nicht, die Tour war aber trotzdem sehr schön. Am Weg zum Canyon blieben wir in ein paar kleinen Dörfern im Colca-Tal stehen, wo die Einheimischen ihre Produkte anboten und ein paar Kinder traditionelle Tänze aufführten.

Colca-Canyon
Colca-Canyon
Colca-Canyon

Eine zweite Tour führte mich dann zu einem Salzsee in der Reserva Nacional de Salinas y Aguada Blanca. Durch die Weite des Salzsees kann man dort sehr gut lustige Fotos machen. Unser Guide wusste ganz genau, wie wir uns aufstellen mussten, damit sie auch perfekt glückten 😊. Am Weg zurück konnten wir dann ein paar Vicuñas (die kleinsten Verwandten von Lama und Alpaka) beobachten 😊

Reserva Nacional de Salinas y Aguada Blanca
Salinas
Vicuña

Arequipa ist außerdem auch für schöne Sonnenuntergänge bekannt. Davon durften wir uns gleich an meinem ersten Abend in einer Rooftop-Bar überzeugen.

Plaza de Armas von Arequipa bei Sonnenuntergang

Nach einigen sehr schönen Tagen in Arequipa machte ich mich dann auch endlich auf den Weg in DIE peruanische Touristenhochburg Cusco 😁.

Zurück in Peru – Paracas, Huacachina und Nazca

Nach meinem „Abstecher“ nach Mittelamerika ging es wieder zurück nach Peru. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt nur nördlich von Lima gewesen war, fehlten mir ja noch fast alle ganz großen touristischen Höhepunkte des Landes 😁.

Der zweite Teil meiner Peru-Reise begann wieder in der Hauptstadt, wo ich das wunderschöne Kloster Santo Domingo besichtigte und einige organisatorischen Angelegenheiten erledigte.

Monasterio de Santo Domingo
Monasterio de Santo Domingo
Monasterio de Santo Domingo

Ich fuhr dann aber bald weiter in den Süden nach Paracas. Paracas ist ein kleiner, relativ touristischer Ort, der vor allem für zwei Natur-Highlights bekannt ist: die vorgelagerten Islas Ballestas und die Reserva Nacional de Paracas. Beides habe ich mir im Rahmen von geführten Touren angesehen.

Die Islas Ballestas sind felsige Inseln, die wegen ihres Artenreichtums auch immer wieder als das „kleine Galapagos“ bezeichnet werden. Sie dürfen nicht betreten werden, weshalb man sie nur mit einer Bootstour besuchen kann. Die Tour dauerte ca. eine Stunde und war sehr beeindruckend. Ich glaube, ich habe noch nie in meinem Leben so viele Vögel auf einmal gesehen. Sie sind in riesigen Schwärmen um uns herumgeflogen und ließen kaum einen freien Platz auf den Felsen. Neben allen möglichen fliegenden Vögeln sieht man dort sogar Humboldt-Pinguine. Die Islas Ballestas sind neben den Galapagos-Inseln somit die einzige Stelle auf der ganzen Welt, an der Pinguine so weit im Norden leben. Außerdem konnten wir während der Tour auch einige Seelöwen beim Sonnenbaden beobachten 😊

Vögel überall 😁
Pelikane
Humboldt-Pinguine
Seelöwen
Ich weiß ja nicht, ob das so gemütlich ist 😅

Am Nachmittag machte ich dann noch einen Ausflug ins Nationalreservat, wo uns von unserem Guide die schönsten Aussichtspunkte gezeigt wurden. Während die Wüste hier in Peru normalerweise relativ trostlos wirkt, gibt es immer wieder Punkte, an denen sie auf einmal wunderschöne Bilder zaubert – nämlich immer dann, wenn sie direkt ins Meer übergeht. Genau das ist im Küstengebiet der Reserva Nacional der Fall und so kann man dort an vielen Stellen wunderschöne Ausblicke genießen 😊

Reserva Nacional de Paracas
Reserva Nacional de Paracas
Reserva Nacional de Paracas

Nach einem entspannten Tag am Strand machte ich mich auf zu meinem nächsten Stopp: der Wüstenoase Huacachina. Gemeinsam mit Una, die ich schon in Paracas kennengelernt hatte, unternahm ich eine Sandbuggy- und Sandboarding-Tour durch die Dünen, was wirklich großen Spaß machte. Am Abend sind wir dann noch auf eine Düne spaziert, um den Sonnenuntergang und den Blick auf die Oase zu genießen 😊

Huacachina
Sonnenuntergang in Huacachina

Während es für Una direkt weiterging nach Arequipa, blieb ich noch einen Tag länger in Huacachina. Es gibt in der Umgebung nämlich noch ein weiteres Highlight, das ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte: die sagenumwobenen Nazca-Linien, die vor ca. 2.000-3.000 Jahren in den Wüstensand „gezeichnet“ wurden. Die Bilder, die diese Linien ergeben, sind so groß, dass man sie vom Boden aus gar nicht erkennen kann. Der klassische Weg, die Linien zu besichtigen, ist ein Helikopter-Flug, ich entschied mich aber für die günstigere und umweltfreundlichere Variante und sah sie mir vom Aussichtsturm aus an. Man sieht von dort aus zwar nicht alle Linien, die Aussicht ist aber trotzdem sehr beeindruckend und es war mir sowieso nicht wichtig, jedes einzelne Bild zu sehen. Die lange Fahrt nach Nazca hat sich auf jeden Fall ausgezahlt 😊.

Am Weg nach Nazca
Die Hand
Der Baum bzw. die Wurzeln
Die Echse
Die Katze – Sie wurde erst 2020 entdeckt.

Panamá-Stadt mit Kanal und Guna Yala

Bevor es in die Großstadt ging, fuhren wir noch ein Stück den Panamakanal entlang nach Gamboa. In der kleinen Stadt ist nicht wirklich viel los. Neben ein paar Touristen verirren sich vor allem Forscher dorthin. Gamboa ist nämlich auch der Standort des Smithsonian Tropical Research Institutes.

Als wir in Gamboa ankamen, machten wir als Erstes eine kleine Wanderung. Der Weg war zwar nur ca. 1 km lang, führte aber über enge Dschungelpfade durch den Soberanía-Nationalpark. Wir haben zwar leider keine Tiere gesehen, sie uns aber anscheinend schon 😅. Wir hörten nämlich immer wieder jemanden wegzischen oder ins Wasser tauchen 😁.

Am Nachmittag besuchten wir dann noch das Panamakanal-Besucherzentrum bei den Miraflores-Schleusen. Normalerweise führt der Weg zur Aussichtsplattform durch ein Museum, das durften wir wegen Corona aber leider nicht genauer besichtigen. Von der Plattform aus konnten wir dann dabei zusehen, wie die Schiffe durch die Schleusen fuhren. Das Ganze zieht sich aber ziemlich lange hin und ist eigentlich viel unspektakulärer als man sich das vielleicht vorstellt 😅. Ein Besuch des Kanals gehört trotzdem auf jeden Fall dazu, wenn man schon einmal in Panamá ist 😊.

Miraflores-Schleusen
Schiffe bei der Fahrt durch die Schleusen

An unserem zweiten Tag in Gamboa machten wir dann noch eine Wanderung – oder eigentlich sogar zwei. Die erste mussten wir aber nach ca. einer halben Stunde abbrechen, weil der Weg nicht mehr weiterging 😅.

Auch die zweite Wanderung war abenteuerlich. Wir gerieten nämlich direkt in ein Mountainbike-Rennen und mussten aufpassen, nicht umgefahren zu werden 😁 (Der Weg war während des Rennens zwar gesperrt, zwischen den Durchläufen wurde er aber geöffnet und wir waren ihn halt noch nicht zu Ende gegangen, als die nächsten Fahrer an den Start gingen 😅.) Die Streckenposten waren aber alle sehr entspannt und haben uns nur darauf hingewiesen, wenn möglich etwas neben dem Weg zu gehen. (Ach, wirklich? Auf die Idee wären wir nicht gekommen 😂.) Das zweite Stück des Weges führte uns aber Gott sei Dank in eine andere Richtung als die Rennfahrer 😊. Dem Zustand der Stufen nach zu urteilen machten diese Wanderung aber auch nicht viele Leute.  Als wir uns endlich hinuntergekämpft hatten, waren wir schon froh, bald wieder auf der Straße zu sein, zu der wir wollten. Aber zu früh gefreut! Die 20m „Wiese“, die uns noch von der Straße trennten, waren nämlich mehr Sumpf als Wiese und so mussten wir uns Schritt für Schritt vortasten, um nicht zu weit einzusinken 🙈.

Aussicht während der Wanderung
Die Stufen haben ihre besten Zeiten wohl schon hinter sich 😄

Zur Erholung ging es am Nachmittag dann in den Pool eines Luxushotels in der Nähe. Wir haben dort zwar weder übernachtet noch Eintritt bezahlt, beim Eingang kontrolliert aber niemand, ob man auch Gast des Hotels ist, deshalb kann im Prinzip jeder gratis drinnen baden 😁.

In dieses Hotel haben wir uns zum Baden reingeschlichen 😄

Nachdem wir am nächsten Morgen aus unserer Unterkunft ausgecheckt hatten, ging es dann auch gleich weiter nach Panamá-Stadt. Eines wurde mir sehr schnell klar: Panamá kann man absolut gar nicht mit den anderen lateinamerikanischen Städten vergleichen, die ich bis jetzt gesehen habe! Während es in den anderen Städten bisher meistens nur ein, zwei nette Plätze direkt in der Stadt gab und das Interessante eigentlich etwas außerhalb lag, ist Panamá-Stadt selbst ein absolutes Highlight! Die Altstadt ist richtig schön und die Skyline, die man von fast überall aus sieht, erinnert regelrecht an die USA. Dazu kommen die vielen Parks, die die Stadt praktisch „einkreisen“. Dabei handelt es sich aber um keine typischen Stadtparks, sondern um tropischen Regenwald. So kann man nur eine Viertel Stunde vom Stadtzentrum entfernt durch den Dschungel wandern und dabei den Blick auf die Wolkenkratzer der Stadt genießen 😊.  

Panamá-Stadt
In der Altstadt war schon alles weihnachtlich dekoriert 😊 (Wer braucht schon einen Weihnachtsmann, wenn man einen Weihnachtsbären haben kann? 😁)
Riesige Krippe in der Iglesia San José
Ausblick vom Parque Metropolitano
Panamá-Stadt bei Nacht

An unserem letzten gemeinsamen Tag in Panamá machten Papa und ich dann noch einen wunderschönen Tagesausflug auf die Inselgruppe Guna Yala (auch als San Blás Inseln bekannt, das wird dort aber nicht so gerne gehört). Guna Yala besteht aus fast 400 kleinen Inseln. Während unserer Bootsfahrt sind wir an unzähligen davon vorbeigefahren und haben an vier paradiesischen Inseln Halt gemacht. Eine davon war eigentlich keine richtige Insel, sondern ein „natürlicher Pool“: Durch eine Sandbank wird das Wasser hier mitten im Meer auf einmal wieder ganz seicht, sodass man perfekt darin schwimmen (und sogar stehen) kann 😊.

Auf einer der Inseln von Guna Yala wurde auch der Anfang der dritten Staffel von „Haus des Geldes“ gedreht. Laut Tour-Programm hätten wir auch auf diese Insel fahren sollen, sind wir aber leider nicht 😓. Das war beim Rest der Tour aber relativ leicht zu verschmerzen 😅.

Die Anreise zu den Inseln ist zwar mühsam und dauert ziemlich lange, den Aufwand ist die Tour aber definitiv wert! Wenn man noch ein paar Strandtage einlegen will, kann man die Inseln auch im Rahmen von mehrtägigen Touren besuchen und stundenlang in der Sonne (und im Meer 😁) baden 😊. Da beides nicht zu unseren Lieblingsaktivitäten zählt, war die eintägige Tour für uns aber genau richtig 😊.

Isla Perro Grande
Blick auf die Nachbarinseln
Natürlicher Pool mitten im Meer
Isla Perro
Isla Perro

Am nächsten Tag hieß es dann auch schon Abschied nehmen. Für Papa geht es jetzt nämlich wieder nach Hause. Meine Reise führt mich zurück nach Peru, wo ich mir jetzt auch noch den Süden mit all seinen Highlights ansehen werde 😊.

Nach 10 Wochen in den Tropen freue ich mich jetzt auch schon wieder auf ein etwas anderes Klima. So beeindruckend die Zeit dort war, mittlerweile habe ich auch genug davon, jeden Tag durchgeschwitzt und von Mosquitos zerstochen herumzulaufen 😅.

Panamás Pazifikküste und El Valle

Unser erster Stopp an der Pazifikküste war das kleine Dorf Boca Chica, das vor allem für die von dort aus erreichbaren Inseln bekannt ist. Auch wir haben natürlich eine Inselhopping-Tour gebucht. Dabei sind wir mit einem Speedboat ins Meer hinausgefahren und haben drei unterschiedliche Inseln besucht. Auf jeder Insel konnten wir dann baden oder ein bisschen über die herrlichen Sandstrände spazieren.

Auch wenn uns das Sonnenbaden normalerweise relativ schnell zu langweilig wird, war es sehr schön, einmal einen Tag so richtig zu entspannen 😊. Viel mehr gibt es in dem verschlafenen Dörfchen dann aber nicht zu tun, deshalb sind wir am nächsten Tag auch schon wieder weitergefahren Richtung Santa Catalina.

Am Weg dorthin haben wir uns noch den wunderschönen Strand von Las Lajas angesehen. Als wir dort waren, war gerade Ebbe, weshalb man richtig weit gehen musste, um zumindest mit den Füßen im Wasser zu stehen 😁.   Eigentlich hatten wir uns gedacht, wir könnten uns noch schön in eine Strandbar setzen und was trinken, es hatte aber leider alles zu 😅.

Playa Las Lajas

Nach einer rumpeligen Fahrt kamen wir am späten Nachmittag in Santa Catalina an. Die Straßen in Panamá stellen Papa teilweise vor eine ziemliche Herausforderung. Sie sind – im Gegensatz zu denen in Peru – zwar großteils asphaltiert, man weiß aber nie, wann auf einmal ein riesiges Schlagloch mitten auf der Fahrbahn erscheint 😅. Auf der Straße nach Santa Catalina war das besonders schlimm, sodass wir die letzten 30 Kilometer nur im Schneckentempo zurücklegen konnten. Als wir dann endlich ankamen, sind wir gleich zum Strand spaziert (dieses Mal gab es auch eine Strandbar 😁) und haben dort den Sonnenuntergang abgewartet 😊.

Santa Catalina

Am nächsten Tag machten wir wieder eine Inseltour – dieses Mal aber mehr zum Schnorcheln als zum Sonnenbaden 😊. An drei unterschiedlichen Schnorchelspots im Coiba-Nationalpark konnten wir Fische, Schildkröten, Rochen und kleine Haie beobachten. Da ich mit meinen Kontaktlinsen noch nicht so ganz zurechtkomme und die Kombination Brille + Taucherbrille natürlich nicht funktioniert, bin ich statt zu schnorcheln einfach mitgeschwommen. Die meiste Zeit waren wir auch in so niedrigen und klaren Gewässern, dass ich auch von der Oberfläche ohne Probleme bis an den Grund sehen konnte 😊. Mittags haben wir außerdem an einem schönen Strand Halt gemacht und eine Kleinigkeit gegessen.

Coiba-Nationalpark

Wie auf fast allen Stränden in Panamá und Costa Rica gab es auch hier haufenweise Krabben in allen Farben und Größen. Normalerweise nehmen die Krabben ja gleich Reißaus, wenn ihnen Menschen zu nahekommen, sodass man sie nur mehr weglaufen sieht. Dieses Mal war der Hunger aber anscheinend größer 😅. Von unseren Sandwiches sind natürlich immer wieder kleine Brösel auf den Boden gefallen, die sie sich dann geschnappt haben. Teilweise haben sie sich auch richtig darum gestritten 😂. Eine Niederländerin, die bei der Tour dabei war, machte dann den Fehler, die letzten Stücke ihres Sandwiches auf dem Tisch liegenzulassen, während sie ins Meer ging. Der Wind hat das Brot dann auf den Boden geworfen und innerhalb von Sekunden war es auch schon vollständig mit Krabben bedeckt 😄.

Als letzten Stopp unserer Tour ging es dann noch auf einen tollen Aussichtspunkt 😊.

Blick über den Coiba-Nationalpark

Als wir am nächsten Morgen Richtung El Valle aufbrachen, konnten wir beobachten, wie eine Herde Rinder mit zwei Pferden die Straße entlang getrieben wurde. Die beiden Reiter haben sie dann aber so schön auf die Seite gelotst, dass wir ohne Probleme vorbeifahren konnten 😊

Unser nächstes Ziel El Valle de Antón liegt dann wieder etwas im Landesinneren und mitten im Krater eines erloschenen Vulkans 😊. Unsere Fahrt dorthin führte uns schlussendlich über eine wunderschöne Bergkette 😊. Zuerst machten wir aber noch einen unfreiwilligen „Umweg“ 😅. Die Straße, über die uns unser Navi geschickt hat, wurde nämlich immer schlechter und war dann nach einer halben Stunde mit unserem Mietauto ohne Allrad nicht mehr befahrbar – also ging es den ganzen Weg wieder zurück 🙈. Wir hätten uns die Straßenkarte wohl doch etwas genauer ansehen sollen 😅.

In El Valle erwartete uns dann gleich die nächste Überraschung: Unsere Unterkunft war zwar richtig schön, aber – wie der gesamte Ort – ohne Strom. Der starke Sturm der letzten Nacht hatte wohl Einiges beschädigt. Wir sind dann aber trotzdem noch gemütlich durch den Ort spaziert und haben so den Koch des Restaurants, in dem wir zu Abend essen wollten, noch in einen ziemlichen Stress versetzt. Es wurde nämlich schon langsam dunkel und er musste ja noch für uns kochen, bevor das Licht endgültig weg war 😅. (Dafür, dass Stromausfälle hier anscheinend öfter vorkommen, war er nicht wirklich gut darauf vorbereitet 🙈.) Naja, so ein kostenloses Dinner in the Dark hat ja auch was und das Essen war auch wirklich gut 😄. Später am Abend war dann auch alles wieder repariert.

Am nächsten Tag machten wir dann zwei Wanderungen – die erste dauerte aber nur 10 Minuten. Dabei ging es über einen kurzen Weg zu einem schönen Wasserfall 😊.

Die zweite Wanderung war dann schon etwas anstrengender. Dabei ging es nämlich auf La India Dormida, einen der Hügel von El Valle. Der Weg zur Spitze führte an der Piedra Pintada (einem Stein mit Felszeichnungen) und zwei weiteren Wasserfällen vorbei. Nach einer guten Stunde waren wir dann ganz oben und konnten den wunderschönen Ausblick in alle Richtungen genießen 😊.  

La Piedra Pintada
Ausblick von La India Dormida
Ausblick von La India Dormida auf El Valle

Am Nachmittag fuhren wir dann noch weiter nach Punta Chame, wo wir den Tag am Strand ausklingen ließen, bevor wir uns am nächsten Tag dann endgültig von der Küste verabschieden und wieder ins Landesinnere fahren 😊.

Punta Chame
Punta Chame

Auf nach Panamá! – Bocas del Toro und Boquete

Der Grenzübergang nach Panamá verlief Gott sei Dank sehr unproblematisch 😊 Wir hatten einen Shuttle gebucht, der uns bis nach Bocas del Toro brachte. An der Grenze zeigten uns die Mitarbeiter des Shuttles, wo wir der Reihe nach hinmussten (Ausreise aus Costa Rica – über die Fußgängerbrücke über die Grenze – Einreise nach Panamá). Wir haben auf keiner Seite länger als 10 Minuten gewartet. In Panamá stand dann schon der zweite Bus bereit, mit dem es weiterging bis nach Almirante, von wo aus wir in die Fähre nach Bocas del Toro stiegen.

Bocas del Toro ist ein Inselarchipel in der Karibik. Die Inseln sind wunderschön, leider hatten wir aber überhaupt kein Glück mit dem Wetter. Es regnete die gesamten zwei Tage, die wir dort waren. Eigentlich wollten wir drei Tage bleiben, es hat aber auch am dritten Tag in der Früh weitergeregnet, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, schon früher abzureisen. Auf einer Karibik-Insel ist es halt schwierig mit Schlechtwetterprogramm 😅. Am ersten Tag kamen wir um die Mittagszeit an und haben uns dann noch ein bisschen im Hauptort Bocas del Toro (Bocas del Toro ist der Name der Provinz, der Inselgruppe und des Ortes 😁) umgesehen. Am Tag darauf haben wir uns E-Bikes ausgeborgt und sind damit bei strömendem Regen die Hauptinsel Isla Colón abgefahren. Ich war zwar schon öfter mit einem E-Bike unterwegs, diese hier waren aber ganz andere Kaliber 😂. Anstrengen war praktisch nicht möglich, obwohl es teilweise ziemlich steil bergauf ging 😁. Wir haben auf unserer Tour auch ein paar Strände besucht, die bei Schönwetter sicher traumhaft gewesen wären 😅.

Nach Bocas del Toro ging es für einen kurzen Zwischenstopp nach David. Dort holten wir aber nur unser Mietauto ab und fuhren gleich weiter nach Boquete. In Boquete spielte dann auch das Wetter wieder mit und wir konnten eine tolle Wanderung zu drei Wasserfällen machen😊. Der Aufstieg war sehr steil, beim letzten Teil waren sogar Seile gespannt, an denen man sich ein bisschen hochziehen konnte. Wir haben die Wanderung mit einem Guide gemacht; im Nachhinein betrachtet, hätten wir uns das Geld aber sparen und allein gehen können 😁.

Los Tres Cascadas-Trail
Los Tres Cascadas-Trail

Wir haben in Boquete außerdem heiße Quellen besucht, zu denen wir ebenfalls ein Stück gewandert sind. Da es an dem Tag sehr heiß war, wäre uns eine kleine Abkühlung zwar auch nicht ungelegen gekommen, ein paar Minuten haben wir es aber dann doch im heißen Wasser ausgehalten 😄

Wanderung zu den heißen Quellen von Boquete

Weil Papa sich noch seinen Bart rasieren lassen wollte, waren wir dann auch noch beim Barbier 😁 Der etwas ältere Herr hat seinen Job sehr ernst genommen, Papas Glatze mit allen möglichen Pudern und Sprays verwöhnt und jedes Härchen ganz genau betrachtet 😂. Nach einer halben Stunde war er dann aber fertig und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen 😄

An unserem letzten Tag in Boquete sind wir noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, von dem aus man schön über die Stadt sehen konnte. Es stellte sich dann heraus, dass dieser Aussichtspunkt Teil eines Parks war, der erst Mitte Dezember eröffnet werden soll. An genau dem Tag, an dem wir dort waren, wurde aber eine Art Testlauf unternommen, weshalb der Park und das dazugehörige Café offen waren. Die Mitarbeiter waren alle extrem freundlich und motiviert. Sie haben wohl auch nicht damit gerechnet, dass sich an diesem Tag zwei Österreicher in den Park verirren würden 😁. Ganz eingespielt war das Team aber noch nicht und wir mussten im Café ziemlich lange auf die Bestellung für „Pita“ (Peter) warten 😅.

Aussicht vom Ecoparque Cerro la Cruz

Etwas später haben wir dann noch mit Susanne und Christine zu Abend gegessen. Die beiden Deutschen waren uns in Bocas del Toro schon ein paar Mal über den Weg gelaufen und in Boquete haben wir sie dann zufällig wieder getroffen. Insgesamt haben wir sie in den beiden Orten sechs Mal gesehen, davon einmal verabredet (das Abendessen) 😁.

Bevor wir uns endgültig auf den Weg zur Pazifikküste machten, besuchten wir noch den Amistad-Nationalpark. In dem Teil, zu dem wir eigentlich wollten, waren dann aber leider alle Wanderwege gesperrt, weshalb wir ein Stück weiterfuhren und dort ein paar schöne Seen (ebenfalls im Nationalpark) ansahen.

Laguna de Volcán 1

Eigentlich wollten wir dann dort in der Nähe übernachten, Papa hat das Hotel aber für den falschen Tag gebucht 🙈. Da wir aber sowieso noch Zeit hatten, haben wir spontan beschlossen, doch noch gleich zu unserem nächsten Ziel Boca Chica weiterzufahren 😊.

Costa Rica – Woche 3

Nachdem wir uns von einem Teil der Gruppe verabschiedet hatten, fuhren wir weiter nach Sarapiquí. Dort besuchten wir die Finca Surá der Familie Gomez, wo die unterschiedlichsten Obst- und Gemüsesorten angebaut werden. Wir wurden vom Besitzer höchstpersönlich über die Farm geführt, durften dabei zusehen wie Vanille händisch bestäubt wird und ganz viel Ananas verkosten 😊. Außerdem haben wir mehrere Echsen gesehen, unter anderem eine Basilisken-Art, die auch als „Jesus Christus-Echse“ bezeichnet wird, weil sie übers Wasser laufen kann. Wir hatten sogar das Glück, diese Showeinlage kurz miterleben zu dürfen 😄. Einen Teil der Führung musste ich leider auslassen, weil mein Kreislauf in der prallen Sonne nicht ganz mitspielte 😵. Nach einer kurzen Pause im Schatten, ging es dann aber wieder besser und ich konnte den Rest der Runde wieder mit der Gruppe mitgehen 😊. Wir haben dann auch gleich vor Ort zu Mittag gegessen – das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich für Fisch entschied, obwohl es eine andere Option gegeben hätte 😁. Der frisch gefangene Fisch konnte aber sogar mich überzeugen 😊. Außerdem habe ich vom Besitzer der Farm ein kleines Geschenk bekommen: Er hat aus Gräsern eine Heuschrecke für mich geflochten 😮

Kurzer Stopp am Weg zur Finca
Jesus Christus-Echse: Sie kann nicht nur übers Wasser laufen, sondern ist im Gras auch unglaublich gut getarnt.
Resteverwertung mit Mathilda 😁
Heuschrecke aus Gras ☺️

Am Nachmittag machten wir noch eine kleine Wanderung durch das Tirimbina-Reservat, wo wir wieder wunderschöne Landschaften und jede Menge außergewöhnliche Pflanzen bestaunen konnten 😊

Tirimbina-Reservat

Am nächsten Tag ging es auch schon weiter nach Tortuguero. Da der Nationalpark nur auf dem Wasserweg erreichbar ist, ließen wir den Bus (mit dem Großteil unseres Gepäcks) zurück und fuhren mit dem Boot zu unserer Lodge ganz in der Nähe des Nationalparks. Unser einziger weiterer Programmpunkt an diesem Tag war ein Besuch von Tortuguero, dem größten Ort der Umgebung. Dort konnten wir gemütlich herumschlendern, Souvenirs kaufen oder in einem der vielen süßen Cafés entspannen 😊

Gemütlich ging es dann auch an unserem zweiten Tag im Tortuguero-Nationalpark weiter. Da sich die Tierwelt vor allem dann zeigt, wenn es noch nicht bzw. nicht mehr ganz so heiß ist, fuhren wir einmal in der Früh und einmal am späteren Nachmittag mit dem Boot aus, um Tiere zu beobachten. Wir bekamen unterschiedliche Vögel, Echsen, Affen, Kaimane und Faultiere zu Gesicht 😊 Tortuguero ist eigentlich auch für seine Riesenschildkröten bekannt, sie sind zu dieser Jahreszeit aber leider nicht hier.

Nach Tortuguero war es bereits Zeit für den letzten Stopp unserer Reise. Wir fuhren weiter an die Karibikküste nach Puerto Viejo, einem touristischen Badeort in der Nähe des Cahuita-Nationalparks, den wir etwas später auch besuchen würden. Unser erster Vormittag in Puerto Viejo war aber frei. Deshalb haben wir uns mit ein paar anderen aus unserer Gruppe zusammengeschlossen und uns von unserem Hotel Fahrräder ausgeborgt, um zu den nahegelegenen Stränden zu fahren. Die Kombination aus der hügeligen Landschaft und relativ alten Fahrrädern ohne Gangschaltung machte die Fahrt ziemlich anstrengend und wir kamen mittags schweißgebadet zum Hotel zurück.

Danach ging es auch schon wieder weiter mit dem Gruppen-Programm. Wir statteten am Nachmittag nämlich dem indigenen Volk der Bribri einen Besuch ab. Sie zeigten uns, wie sie traditionell Kakao zu heißer Schokolade verarbeiten. Zum Abschluss durften wir dann noch den Kakao in seinen unterschiedlichen Formen verkosten 😋

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung im Cahuita-Nationalpark. Nachdem wir gemeinsam in eine Richtung gingen, drehte der Großteil der Gruppe wieder um, um denselben Weg zurückzugehen. Wir (Papa, Yvonne und ich) entschieden uns aber dazu, den Rundweg fertig zu gehen. Laut Maps.me waren es ja nur 5 km und wir hatten über eine Stunde Zeit, wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Wir merkten dann aber relativ schnell, dass es wohl doch mehr als 5km sein dürften und hatten schon Angst, es nicht rechtzeitig zurückzuschaffen. Deshalb sind wir auch mehr durch den Nationalpark gehetzt als gemütlich durch die Natur spaziert 🙈. Wir hatten dann aber noch Glück, da das letzte Stück entlang einer Straße verlief und uns sofort ein Taxi aufgabelte, sodass wir auf die Minute genau bei unserem Treffpunkt ankamen 😁 (offiziell sind wir natürlich alles zu Fuß gegangen 😂🤫). Am Rückweg zum Hotel schlenderten wir dann noch gemütlich durch Puerto Viejo 😊

Cahuita-Nationalpark
Waschbär im Cahuita-Nationalpark

Ein ganz besonderes Highlight erlebten wir aber direkt beim Hotel. Ein junges Faultier hat dort anscheinend seinen Lieblingsbaum gefunden, wo es jeden Tag „abhing“. Einmal kam es sogar ganz weit nach unten, sodass wir es richtig gut beobachten konnten 😍

Eigentlich hatten Papa und ich ja geplant, mit der Gruppe zurück nach San José zu fahren und dort in den Bus nach Panamá zu steigen. Wir waren in Puerto Viejo aber schon ganz nahe an der Grenze und wie sich herausstellte, fuhren von dort aus sogar Shuttles nach Bocas del Toro, wo wir sowieso hinwollten. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die zwei Tage Busfahrt auf einen halben Tag zu verkürzen und uns bereits in Puerto Viejo von unseren Reisegefährten der letzten drei Wochen zu verabschieden. Nun hieß es: Auf nach Panamá!

Costa Rica – Woche 2

Von La Fortuna aus ging es für uns weiter nach Monteverde. Am Weg stoppten wir noch an einem Hängebrückenpark, in dem wir auf teilweise über 100 m langen Hängebrücken durch das Dschungel-Dickicht wanderten. Die Ausblicke waren natürlich richtig schön 😊

Mistico-Hängebrückenpark

Später am Nachmittag machten wir dann noch eine weitere Wanderung – dieses Mal durch den „Ewigen Wald der Kinder“. Der Name kommt daher, dass der Trockenwald nur durch ein großes Spendenprojekt schwedischer Schüler erhalten werden konnte. Mittlerweile ist er dank der Spenden von Kindern aus der ganzen Welt das größte private Naturschutzgebiet des Landes.

Es ist wirklich beeindruckend, wie unterschiedlich die Pflanzenwelt in ganz nahe aneinander liegenden Gebieten in Costa Rica sein kann. Ebenfalls von Monteverde aus ging es am nächsten Tag in den Feuchtwald des Santa Elena-Reservates, der wieder komplett anders aussah als der „Ewige Wald der Kinder“ am Vortag.

Santa Elena
Santa Elena

Danach gab es noch ein weiteres Highlight: Auf 13 Ziplines wagten wir den Flug über den Regenwald. Die Aussichten waren trotz des aufziehenden Nebels und des teils strömenden Regens wunderschön ☺️

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Rincón de la Vieja. Zwischendurch legten wir aber noch einen Stopp beim Wasserfall Llanos de Cortés, der als einer der schönsten Wasserfälle des Landes gilt, ein. Auch sonst war die Fahrt sehr ereignisreich. Zuerst entdeckte unsere Reiseleiterin Brüllaffen in einem Baum am Straßenrand, danach statteten auch noch Aras dem Café, bei dem wir Halt machten, einen Besuch ab.

Llanos de Cortés
Brüllaffe
Ara

Bei einer leichten Wanderung durch den Rincón de la Vieja-Nationalpark gab es am Tag darauf ebenfalls viel zu sehen. Der Weg führte uns entlang mehrerer brodelnder Schlammlöcher, denen man am besten nicht zu nahe kommt 😁. Das Ganze wurde natürlich vom obligatorischen Schwefelgeruch begleitet 😅. Am Nachmittag entschied ich mich dann noch für einen Ausritt 😊 Da ich die Einzige war, die teilnehmen wollte, gesellte sich unsere Reiseleiterin noch zu mir. Gemeinsam mit zwei Guides ritten wir in die Nähe eines Wasserfalles, zu dem wir dann auch hinunterwanderten. Beim Rückweg zur Lodge hatten wir dann noch einen wunderschönen Ausblick über das Tal 😊 Da ich leider schon viel zu lange nicht mehr am Pferd gesessen war, genoss ich den Ausritt umso mehr 😍

Rincón de la Vieja
😁 😍

Den nächsten Tag verbrachten wir fast vollständig im Bus nach Sámara. Während die meisten unserer Unterkünfte eher abgelegen waren, befand sie sich in Sámara mitten im quirligen Strandort, sodass wir uns am Abend noch gemütlich in eine Bar setzen konnten. Bei richtig toller Live-Musik und einer Feuershow, bei der man immer die leichte Befürchtung hatte, die Künstler würden den Baum, unter dem sie standen, bald abfackeln, genossen wir unsere Cocktails 😁

Unseren zweiten Tag in Sámara konnten wir ganz nach Belieben gestalten. Mit zwei anderen aus unserer Gruppe nahmen Papa und ich an einer Delfintour teil. Eigentlich suchten wir nur nach ein bisschen Abwechslung (den ganzen Tag am Strand zu liegen, war uns zu langweilig) und hatten keine großen Erwartungen, die Tour war aber richtig schön! 😊 Wir waren noch gar nicht lange unterwegs, als sich uns ein Buckelwal zeigte – und das, obwohl gerade gar keine Walsaison war. Etwas später sahen wir dann noch eine riesige Delfinschule (sicher um die 100 Tiere), die ums Boot herumschwammen und -sprangen – ein Erlebnis wie im Film 😍

Den Rest des Tages verbrachten wir dann gemütlich am Strand bzw. Hotelpool 😊 Auch eine kurze Shoppingtour war angesagt. Da meine Shorts von der Arbeit im Pilpintuwasi mit nicht-auswaschbaren Flecken übersät war, musste unbedingt eine neue her 😁

Für einen Teil unserer Gruppe war Sámara auch schon der letzte Stopp. Man konnte unsere Reise nämlich als zwei- oder dreiwöchige Tour buchen. Deshalb fuhren wir zurück nach Alajuela (Nachbarstadt von San José und eigentlicher Standort des Flughafens) und mussten uns dort von 5 Personen aus unserer Gruppe verabschieden 😢 Für die restlichen 10 Leute ging es dann am selben Tag noch weiter nach Sarapiquí.