Costa Rica – Woche 3

Nachdem wir uns von einem Teil der Gruppe verabschiedet hatten, fuhren wir weiter nach Sarapiquí. Dort besuchten wir die Finca Surá der Familie Gomez, wo die unterschiedlichsten Obst- und Gemüsesorten angebaut werden. Wir wurden vom Besitzer höchstpersönlich über die Farm geführt, durften dabei zusehen wie Vanille händisch bestäubt wird und ganz viel Ananas verkosten 😊. Außerdem haben wir mehrere Echsen gesehen, unter anderem eine Basilisken-Art, die auch als „Jesus Christus-Echse“ bezeichnet wird, weil sie übers Wasser laufen kann. Wir hatten sogar das Glück, diese Showeinlage kurz miterleben zu dürfen 😄. Einen Teil der Führung musste ich leider auslassen, weil mein Kreislauf in der prallen Sonne nicht ganz mitspielte 😵. Nach einer kurzen Pause im Schatten, ging es dann aber wieder besser und ich konnte den Rest der Runde wieder mit der Gruppe mitgehen 😊. Wir haben dann auch gleich vor Ort zu Mittag gegessen – das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich für Fisch entschied, obwohl es eine andere Option gegeben hätte 😁. Der frisch gefangene Fisch konnte aber sogar mich überzeugen 😊. Außerdem habe ich vom Besitzer der Farm ein kleines Geschenk bekommen: Er hat aus Gräsern eine Heuschrecke für mich geflochten 😮

Kurzer Stopp am Weg zur Finca
Jesus Christus-Echse: Sie kann nicht nur übers Wasser laufen, sondern ist im Gras auch unglaublich gut getarnt.
Resteverwertung mit Mathilda 😁
Heuschrecke aus Gras ☺️

Am Nachmittag machten wir noch eine kleine Wanderung durch das Tirimbina-Reservat, wo wir wieder wunderschöne Landschaften und jede Menge außergewöhnliche Pflanzen bestaunen konnten 😊

Tirimbina-Reservat

Am nächsten Tag ging es auch schon weiter nach Tortuguero. Da der Nationalpark nur auf dem Wasserweg erreichbar ist, ließen wir den Bus (mit dem Großteil unseres Gepäcks) zurück und fuhren mit dem Boot zu unserer Lodge ganz in der Nähe des Nationalparks. Unser einziger weiterer Programmpunkt an diesem Tag war ein Besuch von Tortuguero, dem größten Ort der Umgebung. Dort konnten wir gemütlich herumschlendern, Souvenirs kaufen oder in einem der vielen süßen Cafés entspannen 😊

Gemütlich ging es dann auch an unserem zweiten Tag im Tortuguero-Nationalpark weiter. Da sich die Tierwelt vor allem dann zeigt, wenn es noch nicht bzw. nicht mehr ganz so heiß ist, fuhren wir einmal in der Früh und einmal am späteren Nachmittag mit dem Boot aus, um Tiere zu beobachten. Wir bekamen unterschiedliche Vögel, Echsen, Affen, Kaimane und Faultiere zu Gesicht 😊 Tortuguero ist eigentlich auch für seine Riesenschildkröten bekannt, sie sind zu dieser Jahreszeit aber leider nicht hier.

Nach Tortuguero war es bereits Zeit für den letzten Stopp unserer Reise. Wir fuhren weiter an die Karibikküste nach Puerto Viejo, einem touristischen Badeort in der Nähe des Cahuita-Nationalparks, den wir etwas später auch besuchen würden. Unser erster Vormittag in Puerto Viejo war aber frei. Deshalb haben wir uns mit ein paar anderen aus unserer Gruppe zusammengeschlossen und uns von unserem Hotel Fahrräder ausgeborgt, um zu den nahegelegenen Stränden zu fahren. Die Kombination aus der hügeligen Landschaft und relativ alten Fahrrädern ohne Gangschaltung machte die Fahrt ziemlich anstrengend und wir kamen mittags schweißgebadet zum Hotel zurück.

Danach ging es auch schon wieder weiter mit dem Gruppen-Programm. Wir statteten am Nachmittag nämlich dem indigenen Volk der Bribri einen Besuch ab. Sie zeigten uns, wie sie traditionell Kakao zu heißer Schokolade verarbeiten. Zum Abschluss durften wir dann noch den Kakao in seinen unterschiedlichen Formen verkosten 😋

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung im Cahuita-Nationalpark. Nachdem wir gemeinsam in eine Richtung gingen, drehte der Großteil der Gruppe wieder um, um denselben Weg zurückzugehen. Wir (Papa, Yvonne und ich) entschieden uns aber dazu, den Rundweg fertig zu gehen. Laut Maps.me waren es ja nur 5 km und wir hatten über eine Stunde Zeit, wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Wir merkten dann aber relativ schnell, dass es wohl doch mehr als 5km sein dürften und hatten schon Angst, es nicht rechtzeitig zurückzuschaffen. Deshalb sind wir auch mehr durch den Nationalpark gehetzt als gemütlich durch die Natur spaziert 🙈. Wir hatten dann aber noch Glück, da das letzte Stück entlang einer Straße verlief und uns sofort ein Taxi aufgabelte, sodass wir auf die Minute genau bei unserem Treffpunkt ankamen 😁 (offiziell sind wir natürlich alles zu Fuß gegangen 😂🤫). Am Rückweg zum Hotel schlenderten wir dann noch gemütlich durch Puerto Viejo 😊

Cahuita-Nationalpark
Waschbär im Cahuita-Nationalpark

Ein ganz besonderes Highlight erlebten wir aber direkt beim Hotel. Ein junges Faultier hat dort anscheinend seinen Lieblingsbaum gefunden, wo es jeden Tag „abhing“. Einmal kam es sogar ganz weit nach unten, sodass wir es richtig gut beobachten konnten 😍

Eigentlich hatten Papa und ich ja geplant, mit der Gruppe zurück nach San José zu fahren und dort in den Bus nach Panamá zu steigen. Wir waren in Puerto Viejo aber schon ganz nahe an der Grenze und wie sich herausstellte, fuhren von dort aus sogar Shuttles nach Bocas del Toro, wo wir sowieso hinwollten. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die zwei Tage Busfahrt auf einen halben Tag zu verkürzen und uns bereits in Puerto Viejo von unseren Reisegefährten der letzten drei Wochen zu verabschieden. Nun hieß es: Auf nach Panamá!

Costa Rica – Woche 2

Von La Fortuna aus ging es für uns weiter nach Monteverde. Am Weg stoppten wir noch an einem Hängebrückenpark, in dem wir auf teilweise über 100 m langen Hängebrücken durch das Dschungel-Dickicht wanderten. Die Ausblicke waren natürlich richtig schön 😊

Mistico-Hängebrückenpark

Später am Nachmittag machten wir dann noch eine weitere Wanderung – dieses Mal durch den „Ewigen Wald der Kinder“. Der Name kommt daher, dass der Trockenwald nur durch ein großes Spendenprojekt schwedischer Schüler erhalten werden konnte. Mittlerweile ist er dank der Spenden von Kindern aus der ganzen Welt das größte private Naturschutzgebiet des Landes.

Es ist wirklich beeindruckend, wie unterschiedlich die Pflanzenwelt in ganz nahe aneinander liegenden Gebieten in Costa Rica sein kann. Ebenfalls von Monteverde aus ging es am nächsten Tag in den Feuchtwald des Santa Elena-Reservates, der wieder komplett anders aussah als der „Ewige Wald der Kinder“ am Vortag.

Santa Elena
Santa Elena

Danach gab es noch ein weiteres Highlight: Auf 13 Ziplines wagten wir den Flug über den Regenwald. Die Aussichten waren trotz des aufziehenden Nebels und des teils strömenden Regens wunderschön ☺️

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Rincón de la Vieja. Zwischendurch legten wir aber noch einen Stopp beim Wasserfall Llanos de Cortés, der als einer der schönsten Wasserfälle des Landes gilt, ein. Auch sonst war die Fahrt sehr ereignisreich. Zuerst entdeckte unsere Reiseleiterin Brüllaffen in einem Baum am Straßenrand, danach statteten auch noch Aras dem Café, bei dem wir Halt machten, einen Besuch ab.

Llanos de Cortés
Brüllaffe
Ara

Bei einer leichten Wanderung durch den Rincón de la Vieja-Nationalpark gab es am Tag darauf ebenfalls viel zu sehen. Der Weg führte uns entlang mehrerer brodelnder Schlammlöcher, denen man am besten nicht zu nahe kommt 😁. Das Ganze wurde natürlich vom obligatorischen Schwefelgeruch begleitet 😅. Am Nachmittag entschied ich mich dann noch für einen Ausritt 😊 Da ich die Einzige war, die teilnehmen wollte, gesellte sich unsere Reiseleiterin noch zu mir. Gemeinsam mit zwei Guides ritten wir in die Nähe eines Wasserfalles, zu dem wir dann auch hinunterwanderten. Beim Rückweg zur Lodge hatten wir dann noch einen wunderschönen Ausblick über das Tal 😊 Da ich leider schon viel zu lange nicht mehr am Pferd gesessen war, genoss ich den Ausritt umso mehr 😍

Rincón de la Vieja
😁 😍

Den nächsten Tag verbrachten wir fast vollständig im Bus nach Sámara. Während die meisten unserer Unterkünfte eher abgelegen waren, befand sie sich in Sámara mitten im quirligen Strandort, sodass wir uns am Abend noch gemütlich in eine Bar setzen konnten. Bei richtig toller Live-Musik und einer Feuershow, bei der man immer die leichte Befürchtung hatte, die Künstler würden den Baum, unter dem sie standen, bald abfackeln, genossen wir unsere Cocktails 😁

Unseren zweiten Tag in Sámara konnten wir ganz nach Belieben gestalten. Mit zwei anderen aus unserer Gruppe nahmen Papa und ich an einer Delfintour teil. Eigentlich suchten wir nur nach ein bisschen Abwechslung (den ganzen Tag am Strand zu liegen, war uns zu langweilig) und hatten keine großen Erwartungen, die Tour war aber richtig schön! 😊 Wir waren noch gar nicht lange unterwegs, als sich uns ein Buckelwal zeigte – und das, obwohl gerade gar keine Wahlsaison war. Etwas später sahen wir dann noch eine riesige Delfinschule (sicher um die 100 Tiere), die ums Boot herumschwammen und -sprangen – ein Erlebnis wie im Film 😍

Den Rest des Tages verbrachten wir dann gemütlich am Strand bzw. Hotelpool 😊 Auch eine kurze Shoppingtour war angesagt. Da meine Shorts von der Arbeit im Pilpintuwasi mit nicht-auswaschbaren Flecken übersät war, musste unbedingt eine neue her 😁

Für einen Teil unserer Gruppe war Sámara auch schon der letzte Stopp. Man konnte unsere Reise nämlich als zwei- oder dreiwöchige Tour buchen. Deshalb fuhren wir zurück nach Alajuela (Nachbarstadt von San José und eigentlicher Standort des Flughafens) und mussten uns dort von 5 Personen aus unserer Gruppe verabschieden 😢 Für die restlichen 10 Leute ging es dann am selben Tag noch weiter nach Sarapiquí.

Costa Rica – Woche 1

Ich unterbreche meinen Peru-Aufenthalt gerade für ein paar Wochen, um gemeinsam mit meinem Vater durch Costa Rica und Panamá zu reisen. Costa Rica sehen wir uns im Rahmen einer geführten Reise von World Insight an; Panamá erkunden wir dann auf eigene Faust mit einem Mietauto.

Unsere Costa Rica-Reise begann in der Hauptstadt San José. Dort lernten wir den Rest der Gruppe und unsere Reiseleiterin Marielos kennen. Als ersten Programmpunkt entdeckten wir die schönsten Plätze San Josés und durften am Mercado Central einen der besten Kaffees der Stadt verkosten (heißt: die Kaffeetrinker unter uns, ich genoss währenddessen die Markt-Atmosphäre 😄). Danach ging es auch gleich weiter in unser wunderschön gelegenes Hotel im Orosi-Tal.

Ausblick von unserem Hotel im Orosi-Tal

Am nächsten Tag wartete dann bereits der erste Vulkan auf uns 😊 Bei unserem Spaziergang entlang der Krater des Irazú-Vulkans hatten wir auch richtig Glück mit dem Wetter und konnten bei Sonnenschein die schöne Aussicht genießen. Am Weg zurück zum Hotel machten wir dann noch einen Stopp in Cartago und besichtigten die beeindruckende Kathedrale, wo gerade die letzten Vorbereitungen für eine Hochzeit stattfanden 😊

Irazú-Vulkan
Irazú-Vulkan
Kathedrale von Cartago
Kathedrale von Cartago

Am Tag darauf stand dann die erste richtige Wanderung am Programm. Durch enge Dschungelpfade ging es zuerst steil bergab, bevor wir dann natürlich alles wieder hinaufgehen mussten, was durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die Höhe von ca. 3.000 m doch ziemlich anstrengend war. Unser Mittagessen hatten wir uns definitiv verdient 😁

Danach setzten wir unsere Fahrt Richtung Manuel Antonio-Nationalpark fort. Bei unserer Wanderung durch den Nationalpark konnten wir nicht nur unser erstes Faultier entdecken (#1 Bucketlist-Punkt wohl jeder Costa Rica-Reise ✔️😁), sondern auch viele andere Tiere, wie zum Beispiel Kapuzineraffen, Leguane, ein Aguti und einen Nasenbären beobachten 😊 Wie an vielen Orten in Costa Rica geht der Regenwald im Manuel Antonio-Nationalpark direkt in einen wunderschönen Sandstrand über, sodass man Wandern und Baden super kombinieren kann.

Manuel Antonio-Nationalpark
Kapuzineraffen im Manuel Antonio-Nationalpark
Manuel Antonio-Nationalpark

Unser erster Halt am nächsten Tag eignete sich da schon weniger zum Baden. Wir unterbrachen unsere Fahrt nämlich kurz an einer Brücke, von der aus wir einen Blick auf den darunterliegenden Fluss und die dort lebenden Krokodile werfen konnten.

Am Abend besuchten wir dann noch eine Farm in La Fortuna und lernten über die unterschiedlichsten Kräuter und Früchte, die dort angebaut werden. Außerdem wurde uns gezeigt, wie Zuckerrohr-Saft gewonnen wird (inkl. Kostprobe 😊 ). Gleich nach unserer Ankunft begann es in Strömen zu regnen. Wir wurden zwar patschnass, dafür ließen sich aber auch ein paar Frösche blicken 😁. Danach durften wir uns noch im Tortilla-Formen versuchen, bevor uns ein richtig gutes Abendessen serviert wurde – inkl. unserer „verwoadackltn“ (liebe Grüße an meine Mitreisenden aus Deutschland 😂) Tortillas😊

Den darauffolgenden Tag verbrachten wir ebenfalls in La Fortuna. Zuerst machten wir eine Wanderung, die uns ein Stück weit den Arenal-Vulkan hinaufführte. Die Spitze des Vulkans war leider (wie so oft) im Nebel, wir konnten aber wunderschön das Tal überblicken 😊

Arenal-Vulkan: Vom Bus aus hatten wir kurz freie Sicht 🙂
Ausblick vom Arenal-Vulkan

Am Nachmittag stand der Besuch einer lokalen Schule am Programm. Da wegen Corona aber gerade keine Kinder in der Schule waren und wir von Markus und Karin ein paar super Tipps für die Umgebung bekommen hatten, beschlossen Papa und ich, die Schule auszulassen und unseren Nachmittag selbst zu gestalten. Drei andere Leute aus der Gruppe schlossen sich uns an. Zuerst badeten wir ca. eine Stunde in einem Fluss, der durch den Vulkan erhitzt wurde und dadurch angenehm warm war.  Danach nahmen wir noch ein „Taxi“ (Der Polizist, den wir um ein Taxi gebeten hatten, rief wohl einfach seinen Kumpel an) zum La Fortuna-Wasserfall. Um zum Wasserfall zu gelangen, mussten wir 500 Stufen hinab- (und später wieder hinauf) steigen. Die Anstrengung war es aber auf jeden Fall wert; der Wasserfall war wirklich toll 😍

La Fortuna-Wasserfall

Am Abend machten wir dann gemeinsam mit der Gruppe einen ca. 2-stündigen Nachtspaziergang, wo wir wieder die unterschiedlichsten Tiere beobachten konnten. Neben Spinnen, Schlangen und Fröschen sahen wir auch eine Fledermaus und sogar ein Gürteltier 🤩 

Quak 😄

Somit war unsere erste Woche in Costa Rica auch schon wieder vorbei. Die Erwartungen waren nach den vielen tollen Erzählungen sehr hoch, aber wir wurden nicht enttäuscht. Da wir gerade in der Übergangszeit von der Regen- in die Trockenzeit hier sind, ist das ganze Land unglaublich grün und wunderschön 😊.

Padre Cocha – Volunteering im Pilpintuwasi

Das letzte Monat habe ich im peruanischen Amazonas-Regenwald verbracht und im Pilpintuwasi Amazon Animal Orphanage als Freiwillige mitgeholfen. Diese Volunteer-Möglichkeit habe ich ganz zufällig während einer Internetrecherche zu Iquitos (der nächstgelegenen Stadt) gefunden – Gott sei Dank, denn ich habe die Zeit dort sehr genossen!

Das Pilpintuwasi befindet sich in Padre Cocha, einem kleinen Dorf ca. 20 Minuten per Boot von der Großstadt Iquitos entfernt. Iquitos liegt im Nordosten von Peru und ist nur per Flugzeug oder Frachtschiff zu erreichen, weil durch seine Lage mitten im Amazonas keine Straßen dort hinführen. Das merkt man auch am Verkehr. Während in anderen peruanischen Städten Autos dominieren, sieht man diese in Iquitos kaum. Der Großteil des Verkehrs besteht aus motorisierten Tuk Tuks (sogenannten „Mototaxis“), Mopeds und alten Stadtbussen. Das Ganze macht einen ziemlichen Lärm. Da war es in Padre Cocha dann doch angenehmer. Autos gibt es dort überhaupt keine, dafür wären die Straßen auch viel zu schmal. Mototaxis fahren auch dort, aber natürlich viel weniger als in der Stadt. Einmal in der Woche fuhr ich dann nach Iquitos, um dort einzukaufen. In Padre Cocha gibt es nämlich nur ein paar ganz kleine Läden, in denen das Allernotwendigste verkauft wird.

Padre Cocha

Das Pilpintuwasi startete eigentlich als Schmetterlingsfarm. Es sprach sich aber schnell herum, dass die Besitzerin Gudrun (eine Österreicherin) ein sehr großes Herz für Tiere hat, weshalb die Leute damit begannen, gerettete Tiere bei ihr abzugeben. So hat sich das Pilpintuwasi im Laufe der Zeit auch zu einer Auffangstation für wilde Tiere entwickelt, die heute auch sehr großen Wert darauf legt, die Menschen für die Problematik des illegalen Wildtierhandels zu sensibilisieren. Nach Drogen und Waffen ist dies nämlich der drittgrößte Schwarzmarkt der Welt. Leider gibt es immer noch sehr viele Menschen, die es für eine gute Idee halten, ein wildes Tier als Haustier oder touristische Attraktion zu halten. Da die Käufer einen Haufen Geld dafür bezahlen, schrecken Wilderer auch nicht davor zurück, bedrohte Tierarten zu jagen, obwohl dies eigentlich verboten ist. Auch Touristen tragen zum Wildtierhandel bei. So gibt es zum Beispiel in der Nähre von Padre Cocha ein Restaurant, das wilde Tiere in winzigen Käfigen hält, um Touristen damit anzulocken – was leider funktioniert. Außerdem sieht man in der Umgebung immer wieder Souvenirs, die zum Beispiel aus Ozelot-Fell oder Tukan-Federn gemacht wurden. Viele Touristen denken leider nicht darüber nach, dass sie den illegalen Wildtierhandel unterstützen, wenn sie diese Souvenirs kaufen.

Alle Tiere im Pilpintuwasi (außer den Schmetterlingen) sind auf die ein oder andere Weise Opfer des illegalen Handels geworden. Viele wurden als Babys hierhergebracht, nachdem ihre Eltern getötet wurden (oftmals ganz bewusst – das ist die einzige Möglichkeit, ein Baby zu fangen und es als Haustier zu verkaufen). Außerdem sind die meisten Tiere dehydriert, verletzt und/oder krank, wenn sie ankommen. Vor allem kleine Affen ziehen sich oft Verletzungen zu, wenn sie vom Baum fallen, weil die Mutter erschossen wird. Die Tiere werden dann im Pilpintuwasi aufgepäppelt und, wenn irgendwie möglich, wieder in die Wildnis freigelassen. Eine Auswilderung ist aber leider in den allerwenigsten Fällen realistisch. Die Tiere sind teilweise so traumatisiert, dass sie in der Wildnis nicht zurechtkommen würden bzw. eine Gefahr für andere Tiere (auch der eigenen Art) darstellen würden. Hinzu kommt, dass die peruanischen Gesetze für eine Auswilderung extrem streng sind und das auch bei den Tieren, die in der Wildnis überleben würden, nicht erlauben. Das Pilpintuwasi und andere Auffangzentren bekommen nämlich nur das „Sorgerecht“ für die Tiere, offiziell sind sie im Besitz des Staates. Förderungen gibt es allerdings trotzdem keine.

Zur selben Zeit wie ich war auch noch ein zweiter Volunteer im Pilpintuwasi: Jonathan aus Australien. Er hat in derselben Unterkunft wie ich gewohnt, weshalb wir auch den Weg in die Arbeit  und von der Arbeit heim gemeinsam zurücklegen konnten, was sehr angenehm war, weil wir in eine Richtung fast eine halbe Stunde unterwegs waren. Zu unseren täglichen Aufgaben zählte es dann zum Beispiel, Spielzeug für die Kapuzineraffen zu basteln. Diese sind sehr intelligent und brauchen deshalb immer Beschäftigung. Wir haben Früchte oder Brot in Flaschen oder Kartons versteckt und versucht, diese so zu schließen, dass die Affen sie nicht sofort aufbekommen. Normalerweise brauchten sie aber nur ein paar Sekunden, um sich die Belohnung zu schnappen 😄 Außerdem haben wir „Monkey Cookies“ vorbereitet. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Bananen und eigenen „Keksen“ für Tiere. Aus der Masse haben wir dann kleine Kugeln geformt und sie an die Tiere verteilt. Wir führten auch Besucher herum und halfen bei unterschiedlichsten Arbeiten, die gerade anfielen. Kurz vor Feierabend gingen wir dann meisten noch hinaus auf die Wiese vor dem Pilpintuwasi, um Heuschrecken zu fangen. Die kleineren Affenarten lieben diesen Snack und die Kinder aus dem Dorf freuten sich immer, wenn sie uns beim Fangen helfen konnten 😊

Heuschrecken fangen mit den Kindern aus Padre Cocha

Tiere im Pilpintuwasi:

Schmetterlinge: Insgesamt werden im Pilpintuwasi um die 15 verschiedene Schmettlingsarten gezüchtet. Man sieht aber nie alle gleichzeitig, weil sie das Schmetterlingsstadium nicht zur selben Zeit erreichen. Die Schmetterlingsfarm teilt sich auf zwei Räume auf, die „Hatchery“ und das Schmetterlingshaus. In der „Hatchery“ werden die Eier, Raupen und Puppen überwacht bis die Schmetterlinge schlüpfen. Sobald sie geschlüpft sind und fliegen, werden sie dann ins Schmetterlingshaus gebracht oder freigelassen.

Tapir: Chibolo ist der Tapir des Pilpintuwasis. Er wurde aus einem schwimmenden Restaurant gerettet, wo er als Touristenattraktion in einem winzigen Käfig gehalten wurde. Chibolo liebt es, zu schwimmen und an seinem Gehege vorbeigehende Leute anzupinkeln 😁  (Er beginnt gerade damit, sein Revier zu markieren.) Tapire sind sehr stark vom Aussterben bedroht, weil sie für ihr Fleisch gejagt und oft schon erschossen werden, bevor sie sich fortpflanzen konnten. So hat es der Mensch „geschafft“, eine Tierart, die seit Tausenden Jahren existiert, innerhalb weniger Jahrzehnte fast komplett auszurotten.

Rote Uakaris: Die roten Uakaris sind die einzigen Affen im Pilpintuwasi, die im Prinzip frei herumlaufen können. Das ist vor allem deshalb möglich, weil sie normalerweise sehr freundlich sind und keine Gefahr für die Menschen oder die anderen Tiere des Pilpintuwasis darstellen. Um sie trotzdem auf Abstand von den Besuchern zu halten (und umgekehrt) gibt es eine Art Korridor, innerhalb dessen sich die Besucher aufhalten. Die roten Uakaris gehören zu den bedrohtesten Affenarten der Welt. Auch sie werden für ihr Fleisch gejagt. Außerdem sind Zoos oft dazu bereit, sehr viel Geld dafür zu bezahlen, so seltene Affen in ihre „Sammlung“ aufnehmen zu können, was sie ein gutes Geschäft für Wilderer macht. Im Spanischen bezeichnet man die Roten Uakaris auch als „englische Affen“, weil ihr Gesicht so rot ist 😁  Sie haben aber keinen Sonnenbrand, ihre Gesichtskapillaren liegen einfach nur sehr nahe bei ihrer Haut.

Brüllaffe: Ali ist der einzige Brüllaffe im Pilpintuwasi. Er kam schon als Baby hierher. Man sieht ihn normalerweise nur relativ selten, hört ihn dafür aber umso lauter 😄 Auch Ali darf sich immer wieder frei herumbewegen.

Zwergseidenäffchen: Zwergseidenäffchen sind die kleinsten Affen der Welt, was sie leider auch zu einem häufigen Opfer von Schmugglern macht, weil man sie sehr leicht verstecken kann. Außerdem gibt es viele Leute, die sie als Haustiere halten. Dabei werden sie oft komplett falsch ernährt und sterben innerhalb weniger Wochen. Die Zwergseidenäffchen im Pilpintuwasi wurden am Flughafen konfisziert, als versucht wurde, sie aus dem Land zu schmuggeln.

Die „ADI-Abteilung“: ADI (Animal Defenders International) ist eine NGO, die sich für die Rechte von Tieren einsetzt und immer wieder mit dem Pilpintuwasi zusammenarbeitet. Vor ein paar Jahren haben sie an die 40 gerettete Tiere (vor allem Affen) hierhergebracht, die in einem eigenen – für Besucher nicht zugänglichen Bereich – des Pilpintuwasis untergebracht sind. Unter ihnen befinden sich Kapuzineraffen, Totenkopfäffchen, ein Wollaffe und Klammeraffen.

Totenkopfäffchen Nele

Vor allem zwei der Klammeraffen haben es wirklich schlimm erwischt. Sie wurden in einer Garage angekettet und geschlagen, weshalb sie immer noch Angst vor Menschen haben. Bei Fremden reicht es, sie nur ein bisschen zu lange anzusehen und sie werden furchtbar nervös. Deshalb dürfen Besucher auch nicht nahe zu ihrem Gehege. In meiner letzten Volunteer-Woche kamen außerdem 4 neue Kapuzineraffen im Pilpintuwasi an 😊 Einen anderen Neuankömmling gab es dieses Jahr auch schon: Alfredo, ein kleiner Kapuzineraffe, der mit der Flasche aufgezogen wurde und sich noch nicht ganz daran gewöhnt hat, jetzt nicht mehr so viel Aufmerksamkeit von Menschen zu bekommen. Sobald man bei seinem Gehege vorbeigeht, streckt er einem die Hände entgegen und will „Händchenhalten“. Wir durften auch manchmal zu ihm und mit ihm „spielen“ 😊

Als ich vor einem Monat ankam, war auch noch der Saki-Affe Florian in dem Bereich untergebracht. Er wurde aber auf „Monkey Island“ übersiedelt, ein Auffangzentrum für Affen. Dem Besitzer gehört die ganze Insel, weshalb er die Affen auch komplett frei herumlaufen lassen darf. Da Florian bei uns der einzige Saki war und dort auch noch ein anderer Saki lebt, wurde entschlossen, dass es das Beste für ihn wäre, mit seinem Artgenossen (frei) auf Monkey Island zu leben. Für den Transport waren Jonathan und ich zuständig. Wir fuhren also mit dem Affen im Transportkäfig nach Iquitos, wo wir den Besitzer von Monkey Island trafen und dann gemeinsam in einem Speedboat zur Insel fuhren. Nach ein paar Minuten zog dann langsam ein Gewitter auf und es begann sehr stark zu regnen. Jonathan und ich dachten uns anfangs nicht viel dabei. Die Wellen wurden halt etwas höher, aber wir hatten eigentlich nicht das Gefühl, dass es wirklich schlimm war. Die Locals wurden aber immer panischer, was uns dann auch verunsichert hat. Schlussendlich musste das Schiff „notanlegen“ und alle mussten aussteigen. Nach ca. einer halben Stunde wurde das Wetter aber wieder ruhiger und wir konnten weiterfahren. Da es dann aber schon zu spät war, das letzte Boot zurück nach Padre Cocha zu erwischen, blieben wir über Nacht auf Monkey Island und fuhren erst am nächsten Tag wieder zurück.

Florian in seinem neuen Zuhause

Vögel: Im Pilpintuwasi leben insgesamt sechs Aras. Auch sie bewegen sich untertags frei herum und werden nur am Abend in ihr Gehege gebracht. Das Wort „fliegen“ verwende ich hier absichtlich nicht, das können sie aufgrund ihrer gestutzten Flügel nämlich nicht mehr 😥 Auf Bäumen und Häusern sieht man sie aber trotzdem sehr oft, sie sind nämlich überraschend geschickte Kletterer. Natürlich liefen sie aber auch immer wieder am Boden herum, was jeden Mitarbeiter, der vorbeikam (Besucher sind ja durch den Korridor geschützt) in leichte Alarmbereitschaft versetzte, weil man nie wusste, wann sie auf einen zulaufen und versuchen würden, einen in die Zehen zu beißen. Ich hatte Gott sei Dank immer feste Schuhe an 😁

Außerdem gibt es drei Amazonaspapageien und einen Tukan (Tobias). Beide Vogelarten werden für ihr Gefieder gejagt. Vor allem Papageien werden auch gerne als Haustiere gehalten, weil sie die Fähigkeit haben, sprechen zu lernen (bzw. das Gesagte nachzuahmen). Tukane werden sehr oft einfach getötet, bei Tobias war das aber nicht der Fall. Er wurde in Gefangenschaft gehalten und so falsch ernährt, dass er aufgrund von Proteinmangel ein Loch in seinem Schnabel hatte, als er ins Pilpintuwasi kam. Mittlerweile ist das aber wieder komplett verheilt 😊

Jaguare: Pedro, der Jaguar, war eines der allerersten Tiere im Pilpintuwasi. Er wurde als Baby in eine Holzschachtel gepackt und einfach vorm Eingang abgelegt. Vor ca. einem Jahr wurde dann auch Oritia gerettet. Sie lebt in einem für Besucher nicht zugänglichen Bereich des Rescue Centers. Momentan wird gerade alles versucht, um sie in einem Auswilderungs-Programm unterzubringen, dies gestaltet sich aber leider als sehr schwierig 😬  

Nasenbären: Der Nasenbär Josefa kam erst vor ein paar Monaten ins Pilpintuwasi. Sie wurde von der Polizei konfisziert und von den Polizisten als Haustier behalten 🙈 Die Nahrung, die man ihr gab, (Pommes, Erdbeerjoghurt, etc.) war für Nasenbären absolut nicht geeignet, was dazu führte, dass sie sehr krank wurde. Nachdem sie ihren Weg ins Pilpintuwasi gefunden hatte, verlor sie außerdem sehr viel Gewicht, weil sie die übliche Nasenbärennahrung nicht kannte und verweigerte. Mittlerweile ist die Ernährungsumstellung aber geglückt und sie gräbt sogar schon nach Würmern und anderen Insekten 😊 Außerdem wird gerade versucht, sie in die Gruppe der anderen Nasenbären zu integrieren.

Ozelots: Harry und Togos sind die beiden Ozelots im Rescue Center. Togos wurde von einer Familie als Hauskatze großgezogen bis er eines Tages den Vater schwer verletzte. Da ihn die Familie trotzdem so gerne hatte, wollte sie aber nicht, dass er eingeschläfert wird und brachte ihn ins Pilpintuwasi. Die Umstellung fiel ihm aber sehr schwer, sodass er eines Tages sogar Harry durch das Gehege-Gitter hindurch attackierte. (Ozelots sind Einzelgänger, deshalb hatten die beiden zwei getrennte Gehege nebeneinander.)  Seitdem hat Harry eine Prothese in einem ihrer Hinterbeine und hinkt.

Dazu kommen dann noch der Ameisenbär Silvia, ein paar Agutis, ein Wickelbär (den ich aber kein einziges Mal zu Gesicht bekam, weil er nachtaktiv ist) und einige Tamarine und Schildkröten.

Mir hat die Zeit im Pilpintuwasi wirklich sehr gut gefallen. Ich durfte dort sehr viele Erfahrungen sammeln, die ich so schnell sicher nicht vergessen werde 😊 Sollte jemand einmal in der Nähe von Iquitos sein, kann ich euch einen Besuch (und ein Volontariat!) wirklich ans Herz legen. Es ist eines der ganz wenigen Auffangzentren, denen das Tierwohl noch wichtiger ist als das Geschäftliche. Alle anderen versuchen Touristen anzulocken, indem sie ihnen näheren Kontakt zu den Tieren erlauben, obwohl dies den Tieren schadet. Das Pilpintuwasi macht das nicht und setzt trotz der schwierigen finanziellen Situation alles daran, den Tieren das Leben so schön wie möglich zu machen 😊

Huaraz

Die Stadt Huaraz liegt mitten in den Anden auf ca. 3.000 m Höhe. Da ich noch sehr müde von den letzten beiden Tagen war (ich habe zwei Nächte hintereinander im Bus verbracht), und ich mich erst einmal an die Höhe gewöhnen wollte, bin ich den ersten Tag in der Stadt geblieben und habe mich dort ein bisschen umgesehen. Wie in den meisten peruanischen Städten gibt die Stadt selbst aber nicht sehr viel her. Huaraz ist vor allem für sehr schöne mehrtägige Treks bekannt. Es gibt aber auch tolle Tagesausflüge, die man von dort aus machen kann.

Einen Unterschied zu den anderen Orten, an denen ich bis jetzt war, habe ich bei meiner Ankunft im Hostel gleich festgestellt: Bis jetzt war es (außer in Lima) immer so, dass ich – mit ganz wenigen Ausnahmen – die einzige Nicht-Peruanerin in den Hostels und bei den Touren war. Da viele Peruaner wegen Corona noch online arbeiten, nutzen sie das oft aus und reisen im Land herum. Internationale Touristen gibt es im Norden kaum, da die größten touristischen Attraktionen alle im Süden von Peru liegen. In Huaraz waren dann aber auf einmal kaum Peruaner, dafür umso mehr Israelis. Was in Deutschland und Österreich das Work-and-Travel-Jahr in Australien ist, ist in Israel nämlich der Huayhuash-Trek mit Huaraz als Ausgangspunkt. Somit wurde im Hostel gefühlt mehr Hebräisch als Spanisch oder Englisch gesprochen 😅.

An meinem zweiten Tag in Huaraz habe ich dann einen Tagesausflug zu der wunderschönen Laguna Parón gemacht. Dafür sind wir mit dem Bus zum See auf 4.200m gefahren und dann dort ca. 40 Minuten zu einem Aussichtspunkt gewandert, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf die Laguna und die umliegenden Berge hat. Der Aufstieg war ziemlich abenteuerlich. Auch wenn die Distanz nicht sehr weit war, geht einem auf dieser Höhe relativ schnell die Luft aus. Außerdem führte der zweite Teil der Wanderung über ein Steinfeld, über das wir mehr geklettert als gewandert sind 😄. Leider ist in Huaraz bereits die Regenzeit angebrochen, weshalb das Wetter nicht ganz mitgespielt hat. Den berühmten Berg Artesonraju, den man aus dem Logo von Paramount Pictures kennt, haben wir leider nur teilweise gesehen, da der markante, schneebedeckte Teil im Nebel versunken ist. Beim Aussichtspunkt hat es dann auch relativ stark zu regnen begonnen; deshalb sind wir dann schnell wieder zurückgewandert.

Laguna Parón 😍

Meine zweite Tour in Huaraz führte mich zum Gletscher Pastoruri. Dieser liegt – wie auch die Laguna Parón – im Huascarán-Nationalpark. Am Eintrittspreis in den Nationalpark merkt man relativ schnell, wer welche Teile des Parks verwaltet. Während ich zur Laguna Parón (verwaltet von der lokalen Bevölkerung) nur 5 Soles Eintritt bezahlt habe, waren es beim staatlich verwalteten Pastoruri-Gletscher 30 Soles (für Ausländer; Peruaner bezahlen nur 12). Am Weg zum Gletscher haben wir an unterschiedlichen Stellen Halt gemacht, um uns weitere Lagunen oder die berühmten Puya Raimondii anzusehen. Dabei handelt es sich um eine Pflanzenart, die (laut unserem Guide, Wikipedia sagt etwas Anderes 😁) ausschließlich in Peru auf einer Höhe von 3.800-4.200m wächst. Die Pflanze sieht sehr spannend aus und zeigt sich in drei unterschiedlichen Stadien. Die grünen Gewächse sind die jungen, die schwarzen „Pfähle“ die älteren und die gelben die abgestorbenen Pflanzen.

Puya Raimondii

Zum Gletscher sind wir dann wieder ca. 40 Minuten gewandert – dieses Mal auf ca. 5.000 m Höhe. An dieser Stelle sieht man auch die traurigen Auswirkungen des Klimawandels. In den letzten 30 Jahren hat der Gletscher über 20% seiner Größe verloren. Der See unterhalb des Gletschers breitete sich zwischen 2001 und 2013 von ca. 1.500 m² auf fast 67.000m² aus. Nachdem wir – abermals im Regen bzw. Schnee – zurück zum Bus gewandert waren, gab es dann noch ein spätes Mittagessen und dann fuhren wir wieder zurück nach Huaraz.

Pastoruri-Gletscher
Pastoruri-Gletscher

Weitere Eindrücke aus dem Huascarán-Nationalpark:

An meinem letzten Tag in der Stadt spazierte ich noch auf eigene Faust zu zwei Aussichtspunkten am Stadtrand und genoss den Ausblick über Huaraz und die angrenzenden Berge.

Für mich geht es jetzt wieder zurück nach Lima, von wo aus ich in die Amazonas-Stadt Iquitos fliege. Die nächsten vier Wochen verbringe ich nämlich in Padre Cocha, einem kleinen Dorf im Amazonas-Regenwald, wo ich als Freiwillige in einer Tierauffangstation mithelfen werde 😊

Chachapoyas

Nach 12 Stunden Nachtbus (ohne WC 🙈) erreichte ich Chachapoyas. Wie üblich bin ich am ersten Tag einfach einmal ein bisschen durch die Stadt spaziert. Mit ca. 30.000 Einwohnern ist Chachapoyas um einiges kleiner als die Städte, in denen ich zuvor war, und irgendwie habe ich auch gleich gemerkt, dass es hier ein bisschen gemütlicher zugeht.

In den folgenden Tagen habe ich dann an unterschiedlichen Tagestouren teilgenommen, um mir die Umgebung von Chachapoyas näher anzusehen. Dort gibt es nämlich einiges zu bestaunen!

Bei meiner ersten Tour ging es zu den Sarkophagen von Karajía und der Grotte von Quiocta. Zu den Sarkophagen mussten wir erst einmal ca. 20 Minuten steil bergab wandern, um zum Aussichtspunkt zu gelangen. Vor dort aus hatte man einen wirklich schönen Blick auf die Sarkophage. Das Besondere an den Sarkophagen von Karajía ist, dass es sich bei ihnen um die Einzigen bis jetzt entdeckten Sarkophage auf dem gesamten amerikanischen Kontinent handelt. Aufgrund der gefundenen Grabbeigaben gehen Archäologen davon aus, dass die Menschen, die darin begraben wurden, Krieger der Chachapoyas waren.

Sarkophage von Karajía

Nachdem wir alle wieder oben angekommen waren, ging es weiter zu der Grotte von Quiocta, in der wir – mit Taschenlampen und Gummistiefeln ausgestattet – ca. eine Stunde lang herumstapften und uns die unterschiedlichsten Stalagmiten- und Stalaktiten-Formationen ansahen. Der Gang, durch den die Besucher heute wandern, ist komplett natürlich entstanden und wurde zufällig von einem Bauern am Nachhauseweg entdeckt. Da die Grotte früher als Begräbnisstätte verwendet wurde, liegen hier und da auch noch ein paar menschliche Knochen und Schädel herum 😅. Auch einige Fledermäuse haben es sich in der Grotte gemütlich gemacht.

Schädel in der Grotte von Quiocta
Grotte von Quiocta

Am nächsten Tag wartete dann DAS Highlight der Umgebung auf mich: der Wasserfall von Gocta. Der Wasserfall ist nur über Wanderwege erreichbar. Mit meiner Tour starteten wir im Dörfchen San Pablo. Gleich am Beginn der Wanderung hat sich Esthefani zu mir gesellt – eine junge Peruanerin, die ebenfalls alleine unterwegs war. Circa eine Viertelstunde später haben wir dann auch noch die US-Amerikanerin Jessica aufgegabelt und den Rest des Weges zu dritt zurückgelegt, während wir uns in einer lustigen Mischung aus Spanisch und Englisch unterhalten haben. Zwischenzeitlich musste ich dann auch als „Dolmetscherin“ einspringen 😄. Der Weg zum Wasserfall war zwar nur 6 km lang, aber trotzdem ziemlich anstrengend, weil es die ganze Zeit steil bergauf ging. Außerdem bestand der Großteil der Strecke aus Stufen. So dauerte es doch fast 3 Stunden bis wir den Wasserfall erreichten. Der Aufstieg hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn der Wasserfall ist wirklich sehr schön! Am Rückweg hat es dann leider ziemlich zu regnen begonnen, weshalb wir alle patschnass zum „Mittagessen“ (um halb 4 nachmittags) nach San Pablo zurückkamen.

Ein weiteres Highlight der Umgebung ist die ehemalige Festung von Kuélap, die von den Chachapoyas auf ca. 3.000 m Höhe errichtet wurde. Zur Ruine hinauf führt eine Seilbahn. Sie wurde 2017 eröffnet und ist die erste Seilbahn Perus. Den letzten Teil zur Festung muss man aber trotzdem zu Fuß hinaufgehen. Kuélap wurde aus Stein gebaut und ist so riesig, dass man mit den dafür verwendeten Steinen dreimal die Cheops-Pyramide bauen könnte. Auch der Ausblick von der Festung auf die herumliegende Umgebung ist wunderschön.

Kuélap

Außerdem wollte ich von Chachapoyas aus auch das Museum von Leymebamba besuchen, in dem eine Vielzahl an echten Mumien zu sehen ist. Dieses Vorhaben gestaltete sich aber schwieriger als gedacht. Da momentan nicht so viele Touristen unterwegs sind, gab es zu wenig Interesse für eine Tour, weshalb ich auf eigene Faust hinfahren wollte. Ich bin auch extra am Tag zuvor noch einmal zum Busbahnhof spaziert, um nach den Abfahrtszeiten zu fragen. Der mir vorgeschlagene Bus um 9 Uhr war dann aber schon voll und mir blieb nichts anderes übrig als eine Stunde auf den nächsten Bus zu warten. Laut der Auskunft, die ich an beiden Tagen am Busbahnhof bekommen habe, ist das aber kein Problem. Der Bus braucht ca. 2 Stunden nach Leymebamba und dort habe ich dann genug Zeit, mir das Museum anzusehen, bevor der Bus um 14 Uhr zurückfährt. Beim Einsteigen in den Bus hieß es dann auf einmal, dass sie schon um 13 Uhr zurückfahren, es aber ein anderes Busunternehmen gibt, das um 14 Uhr fährt. Ich sollte die Rückfahrt einfach in Leymebamba am Hauptplatz buchen. Schlussendlich kamen wir dann um 12.30 Uhr in Leymebamba an und den Bus um 14 Uhr gab es anscheinend doch nicht. Außerdem hat das Museum wegen Corona nur eingeschränkte Öffnungszeiten und ebenfalls um 13 Uhr wieder geschlossen. Da es nicht direkt in Leymebamba liegt, sondern etwas außerhalb, war es also absolut unmöglich, mir noch irgendetwas vom Museum anzusehen und ich bin nach einer halben Stunde Aufenthalt in dem Dorf mit demselben Bus wieder 2 Stunden zurückgefahren 🙈. Immerhin war die Aussicht aus dem Bus ganz nett 😅

An meinem letzten Tag in Chachapoyas bin ich dann noch zu einem Aussichtspunkt spaziert, von dem aus man schön über die ganze Stadt sieht.

Blick über Chachapoyas

Cajamarca

Nach ca. einer Woche an der Küste führte mich meine Reise weiter ins Landesinnere nach Cajamarca. Cajamarca ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, in die ich einige Ausflüge unternommen haben. Wie auch Trujillo ist die Stadt Cajamarca nämlich vor allem für die rundherum liegenden Sehenswürdigkeiten bekannt.

Das Highlight meiner ersten Tour waren die sogenannten „Ventanillas de Otuzko“. Diese Steinformationen heißen zwar „Ventanillas“ (=“Fenster“), das kommt aber nur daher, dass sie wie lauter kleine Fenster aussehen. Ursprünglich waren es aber Gräber, in denen über 300 Menschen – vor allem Adelige – begraben wurden. Das Bizarre dabei ist, dass sie zuerst an einer anderen Stelle beigesetzt wurden und erst einige Jahre später, nachdem die Verwesung so weit fortgeschritten war, dass nur mehr die Knochen übrig waren, in die Ventanillas umgelegt wurden.

Ventanillas de Otuzco

Danach besuchten wir noch einen sehr schönen Hortensiengarten, in dem aber auch einige andere Blumen und Früchte angepflanzt wurden. Zu guter Letzt machten wir noch bei einer Molkerei halt, die Käse und andere Milchprodukte herstellt.

An diesem Abend hat mich der Besitzer des Hostels, in dem ich übernachtet habe, außerdem in eine Bar auf einen typischen Drink aus Cajamarca eingeladen. Was genau das Getränk war, weiß ich nicht, anscheinend Schnaps mit irgendeinem Fruchtsaft gemischt (welche Frucht habe ich nicht verstanden :D). Es hat auf jeden Fall relativ süß geschmeckt. Die Bar an sich war auch sehr interessant. Obwohl ich die Straße schon öfter entlang gegangen bin, habe ich sie nie entdeckt, weil sie gar nicht als Bar angeschrieben ist. Mir wurde dann auch erklärt, dass wir uns in einem über 600 Jahre alten Gebäude befinden. Die Bar sah zwar nicht wirklich schön aus, hatte aber irgendwie trotzdem Flair.

Am nächsten Tag fuhr ich im Rahmen einer weiteren Tour nach Namora. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Stopp bei den „Los Sapitos“, Gesteinsformationen, die anscheinend wie unterschiedliche Tiere aussehen. Einige wenige ließen sich wirklich gut erkennen. Bei den meisten brauchte man dafür aber schon sehr viel Fantasie 😀

Los Sapitos

Als Nächstes fuhren wir in eine Werkstatt, in der Gitarren und andere Saiteninstrumente von Hand hergestellt werden. Dort wurden uns ein paar unterschiedliche Gitarren präsentiert und natürlich gab es auch eine kleine Showeinlage 😊

Der Höhepunkt der Tour war aber die Laguna San Nicolás, die auch immer wieder als „kleiner Titicaca-See“ bezeichnet wird. Dort machten wir eine kurze Bootsfahrt in einem sogenannten „Caballito de Totora“, einem traditionellen Fischerboot aus Nordperu.

Laguna San Nicolás

Nach dem Mittagessen ging es dann wieder zurück Richtung Cajamarca. Kurz vor dem Stadtzentrum machten wir dann noch einmal kurz Halt bei der „Alameda de los Incas“. Diese besteht aus 14 Inka-Statuen, die die 14 Herrscher der Inkas repräsentieren.

Alameda de los Incas

Am meinem letzten Tag in Cajamarca machte ich dann noch einen Ausflug (ebenfalls mit einer Tour) zum Cumbemayo. Dabei handelt es sich um eine archäologische Stätte, die vor allem für ihre Gesteinsformationen und den vor 3.000 Jahren gebauten Kanal bekannt ist. Circa 1,5 Stunden sind wir dort auf einem Wanderweg um die Felsen herumspaziert und bekamen interessante Informationen zur Stätte. An machen Stellen sind sogar noch in den Stein gravierte Zeichen erkennbar.

Cumbemayo
Vor dem „Elefant“
Kanal
Steingravuren

Am selben Abend begann dann auch noch meine 12-stündige Nachtbusfahrt nach Chachapoyas.

Trujillo

Zugegeben, mein erster Eindruck von Trujillo war in etwa „Fuck, wo bin ich hier gelandet?!“, aber der erste Eindruck täuscht bekanntlich ja sehr oft und das war Gott sei Dank auch hier der Fall 😊 Als ich im Morgengrauen in Trujillo ankam, fuhr der Bus nämlich zuerst durch die weniger schönen Teile der Stadt (nett ausgedrückt). Die halb zerfallenen Häuser in der verstaubten Wüstenlandschaft gaben im Halbdunkeln kein sehr vorteilhaftes Bild ab. Je weiter wir in Richtung Zentrum kamen, desto besser wurde dann aber auch die Gegend. Gleichzeitig wurde es auch immer heller und Trujillo wirkte gleich viel freundlicher. Nach nicht einmal fünf Minuten im Taxi kam ich dann auch schon in meiner Unterkunft an und konnte sogar gleich mein sehr gemütliches Zimmer beziehen 😊

Plaza de Armas, Trujillo

Trujillo selbst hat bis auf eine wirklich schöne Plaza de Armas relativ wenig zu bieten. Touristen besuchen die Stadt vor allem für die Attraktionen in der Umgebung, allen voran Chan Chan, dem einzigen UNESCO Weltkulturerbe im Norden Perus.

Chan Chan ist eine ehemalige Stadt, die von der Chimú-Kultur errichtet wurde. Damals erstreckte sie sich auf einer Fläche von über 25 km². Davon sind heute noch 14 km² erhalten. Besichtigen kann man aber nur einen kleinen Teil davon. Besonders beeindruckend waren für mich die vielen Details, die in die Lehmmauern eingearbeitet wurden. Im Palacio Nik-An, in dem für Touristen geöffneten Teil von Chan Chan, dreht sich zum Beispiel alles um den Ozean, was sich vor allem an den Verzierungen (Wellen, Fische, Wasservögel, etc.) zeigt.

Chan Chan
Verzierungen

Noch vor der Chimú-Kultur lebten die Moche in der Region um Trujillo. Von ihnen wurden die Huaca de la Luna und die Huaca del Sol erbaut. Das Wort „Huaca“ stammt aus dem Quechua („Wak’a“) und bedeutet so viel wie „Tempel“, „Mausoleum“ oder „Heiligtum“. Im Gegensatz zur Huaca del Sol kann man die Huaca de la Luna auch von innen besichtigen. Hier stechen vor allem die Wandmalereien hervor.

Blick auf die Huaca del Sol
Im Inneren der Huaca de la Luna

Da sowohl Chan Chan als auch die Huacas an meinen ersten beiden Tagen in Trujillo geschlossen waren, habe ich in dieser Zeit noch spontan an einer anderen Tour mit sehr vielen kürzeren Programmpunkten teilgenommen.  Wir haben dabei zum Beispiel bei einem Künstler haltgemacht, der ein Nachfahre der Moche ist und uns zeigte, wie er noch auf traditionelle Art und Weise Keramik herstellt. Außerdem haben wir „Chicha“ verkostet, ein Getränk, das schon von den Inkas getrunken wurde. Von den drei Chicha-Arten, die wir verkostet haben, hat mir aber eigentlich nur die „Chicha morada“ wirklich geschmeckt, die anderen beiden waren nicht so ganz mein Fall. Danach haben wir auch noch eine Show mit peruanischen Pferden angesehen. Die Show war ganz nett, für jemanden, der ein bisschen was mit Pferden zu tun hatte, aber nichts Besonderes. Dazu sind auch einige Marinera-TänzerInnen (ein typischer nordperuanischer Tanzstil) aufgetreten.

Peruanische Pferde
Marinera-Tanz

Auch die Stadt Moche haben wir kurz besichtigt. Hier merkt man sehr schön, wie stark in den letzten Jahren versucht wurde, das Moche-Erbe der Region sichtbar zu machen. Überall findet man Nachbildungen von Moche-Kunst und Skulpturen, die deren Lebensweise zeigen. Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Strand von Acapulco.

Bezirksverwaltung von Moche
Plaza de Armas von Moche
Acapulco

Nach vier Tagen in Trujillo ging es dann auch schon wieder mit dem Nachtbus weiter nach Cajamarca.

Lima – Der Beginn der Reise

Nach einem sehr langen Flug kam ich am 16.9. um 7 Uhr morgens in Lima an. Da ich doch noch sehr müde von der langen Anreise war, wollte ich den Tag sehr entspannt angehen lassen. Ich habe ein paar organisatorische Sachen erledigt und am Nachmittag an einer Führung durch den Stadtteil Barranco, dem Künstlerviertel Limas, teilgenommen. Die Führung ist eine von zwei gratis Führungen, die das Hostel, in dem ich übernachtet habe, jeden Tag anbietet.

Die zweite Tour führte mich am nächsten Tag in das historische Zentrum Limas. Dabei wurden uns nicht nur die bekanntesten Plätze der Altstadt gezeigt, wir durften auch an zwei Verkostungen teilnehmen. So probierten wir im Schokoladenmuseum Tee, der aus Kakao hergestellt wird, Schokoladen-Marmelade in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, Schokoladenlikör und natürlich Schokolade. Im Anschluss durften wir auch noch das peruanische Nationalgetränk Pisco-Sour und andere Pisco-Mischungen kosten. Auf den puren Pisco haben wir aber geschlossen verzichtet 😀

Plaza de Armas, Lima

Im Anschluss habe ich mir dann noch die Kathedrale von Lima und den Palacio Arzobispal angesehen. In der Kathedrale befindet sich neben unzähligen kleinen Ausstellungsräumen auch das Grab von Francisco Pizarro, dem spanischen Eroberer, der als Gründer von Lima gilt. Der Palacio Arzobispal wird heute als Museum genutzt.

Kathedrale von Lima
Palacio Arzobispal

Bei meinem Besuch in Lima wollte ich mir auch unbedingt die archäologische Stätte Huaca Pucllana ansehen. Sie lässt sich nur mit einer Führung besichtigen und ich hatte großes Glück, überhaupt noch einen Platz dafür zu bekommen. Als ich mich online voranmelden wollte, waren während meiner Zeit in Lima nämlich alle Führungen ausgebucht. Ich bin dann aber auf gut Glück trotzdem hinspaziert und habe gerade noch das letzte Ticket für die 5 Minuten später startende Führung ergattert 😊 

Die Huaca Pucllana wurde von der sogenannten Lima-Kultur als Tempel erbaut. Der Name „Lima“ wurde erst im Nachhinein vergeben, weil die Menschen in der Region um Lima lebten (ca. 1.000 Jahre vor den Inkas). Da es keine schriftlichen Aufzeichnungen aus der Zeit gibt, ist aber nicht bekannt, wie sie damals wirklich hießen.

Gebaut wurde die Anlage aus senkrechten Lehm-„Ziegeln“. Zwischen diesen „Ziegeln“ wurden bewusst kleine Spalten freigelassen, sodass der Bau beweglicher wurde und bei Erdbeben nicht sofort einstürzte. Dass heute noch so viel von der Huaca Pucllana erhalten ist, verdanken wir unter anderem der Tatsache, dass es in Lima nur ca. 20 mm im Jahr regnet. Ansonsten hätte der Regen bereits alles zerstört.

Selfie-Expertin (NOT) 😀
Huaca Pucllana
Huaca Pucllana

Der Kontrast zwischen dem historischen Tempel und der Großstadt rundherum ist schon extrem. Früher war dort, wo jetzt Lima steht, nichts außer Grünflächen und noch ein paar anderen Tempeln, und man konnte von der Huaca Pucllana aus bis ans Meer sehen. Jetzt sieht man nur mehr die Betonklötze der Großstadt. Wie groß Lima tatsächlich ist, wird einem erst dann bewusst, wenn man einen Blick auf die Einwohnerzahl wirft. Mit ca. 8,8 Millionen Einwohnern leben in der Metropole ca. gleich viele Menschen wie in ganz Österreich.

Meeer 🙂
Mehr Meeer 😀

Im Anschluss an die Besichtigung der Stätte bin ich noch ein bisschen durch den Stadtteil Miraflores und die Strandpromenade entlang spaziert, bevor es am Abend dann auch schon wieder nach Trujillo weiterging.