Purnululu-Nationalpark & Broome

Nach Darwin ging es für uns mit dem Bus weiter nach Kununurra. In der Kleinstadt verbrachten wir aber nur eine Nacht, bevor wir uns am nächsten Tag mit dem Mietauto zum Purnululu-Nationalpark aufmachten. Dort übernachteten wir in einem Glamping-Zelt (inkl. Klo und Dusche) auf einem richtig coolen Campingplatz. Als wir am frühen Abend dort ankamen, wurden wir von Vogelschwärmen und einem Wallaby begrüßt 😊. Am Campingplatz werden nämlich manche Wasserhähne nie vollständig abgedreht, sodass immer ein bisschen Wasser heruntertropft, das die Tiere trinken können.

Unser Zelt
Kakadus am Campingplatz

Für den nächsten Tag hatten wir eine geführte Tour durch den Nationalpark gebucht. Bevor wir frühmorgens aufbrachen, entdeckten wir aber noch einen Besucher in unserem WC: Ein grüner Frosch hatte es sich dort gemütlich gemacht und hatte offenbar keine Lust, das Klo so schnell wieder zu verlassen. Bei unserer Abreise war er nämlich immer noch da 😁. Wir bekamen ihn allerdings immer nur dann zu Gesicht, wenn wir die Spülung betätigten und er dadurch das Gleichgewicht verlor und ein bisschen aus seinem Versteck herausrutschte 😅. Außerdem wurde uns gesagt, dass wir darauf achten sollten, den Klodeckel immer zu schließen – nur für den Fall, dass eine Schlange Jagd auf unseren Frosch machen würde. Das ist während wir dort waren aber Gott sei Dank nicht passiert 😊.

Unser Mitbewohner 😁

Die Tour durch den Purnululu-Nationalpark mit der bekannten Bungle Bungle Range war wunderschön. Auf abwechslungsreichen Wanderungen entdeckten wir die roten Felslandschaften um Cathedral Gorge und Echidna Chasm. Am Abend gab es dann noch ein gutes Essen am Campingplatz 😊.

Bungle Bungles
Bungle Bungles
Wanderung durch die Cathedral Gorge
Cathedral Gorge
Echidna Chasm
Bitte nicht runterfallen 😆
Blick über den Purnululu-Nationalpark

Als wir uns am nächsten Tag wieder nach Kununurra aufmachten, liefen uns (wie auch schon bei der Hinfahrt) ein paar Wildpferde über den Weg ☺️. Dieses Mal war auch ein kleines Fohlen dabei, das zuerst ganz gemütlich am Straßenrand lag, sich dann aber doch dazu entschied zu den anderen Pferden über die Straße zu laufen (gut, dass wir schon ganz langsam unterwegs waren 😄).

Straßen in Australien 😄

Wir legten am Rückweg außerdem einen kleinen Zwischenstopp beim Lake Argyle ein, einem wunderschönen Stausee mit der am natürlichsten angelegten Staumauer, die ich bis jetzt gesehen habe 😊.

Lake Argyle
Lake Argyle mit Staumauer

In Kununurra machten wir dann noch einen kleinen Spaziergang zum Lake Kununurra☺️.

Lake Kununurra

Seit unserer Ankunft in Australien sind wir – vor allem bei den längeren Busfahrten – immer wieder bei kleineren (normalerweise kontrollierten) Waldbränden vorbeigefahren. Als wir nach Kununurra zurückkamen, brannte ein Stück Wald auf einem Hügel direkt neben der Stadt und ein paar Straßen waren wegen der Rauchentwicklung gesperrt. Der Brand wurde aber sehr schnell gelöscht ☺️.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus weiter nach Broome (an der Westküste Australiens). Broome ist sozusagen das Zentrum der australischen Perlenindustrie. Ein Schmuckgeschäft reiht sich praktisch an das andere und es werden unterschiedliche Touren zu Perlenfarmen angeboten. Mama und ich entschieden uns für eine halbtägige Tour zur Willies Creek Pearl Farm. Die Tour war wirklich interessant 😊. Uns wurde gezeigt, wie Austern gezüchtet und gepflegt werden bis sie dann 4 Jahre später (hoffentlich mit einer Perle darin) aus dem Wasser geholt werden 😊.

Geöffnete Auster – leider ohne Perle 😥

Außerdem eignet sich Broome gut für schöne Spaziergänge zu Cable Beach, Town Beach und Gantheaume Point 😊.

Cable Beach
Sonnenuntergang am Cable Beach
Town Beach-Promenade
Gantheaume Point
Gantheaume Point
Gantheaume Point
Kurzer Stopp bei Streeter`s Jetty ☺️

In Broome hieß es dann leider auch schon wieder Abschied nehmen von Mama, für die der Urlaub hier vorbei ist 😥. Wie ein paar von euch wissen, musste ich selbst ja noch etwas länger in Broome bleiben, weil bei dem Muttermal, das ich kurz vor meiner Abreise entfernen ließ, noch einmal nachoperiert werden musste 🙈. Der längere Aufenthalt gab mir dann aber die Gelegenheit noch ein ganz besonderes Naturschauspiel zu bewundern. Das „Staircase to the Moon“ zeigt sich an 2-3 Abenden zwischen März und September, wenn der aufgehende Vollmond über dem Meer den Eindruck hinterlässt, dass Stiegen zum Mond hinaufführen würden 😍. Bei der Gelegenheit hat sich auch herausgestellt, dass meine Handykamera definitiv nicht für Nachtaufnahmen gemacht ist 😂. Begleitet wurde das Spektakel von einem netten Markt mit Kunsthändlern und Foodtrucks ☺️.

Staircase to the Moon

Katherine und Darwin

Unser erster Stopp Richtung Norden war die Kleinstadt Tennant Creek. Da wir aber leider keinen Weg fanden, zu den Steinformationen Karlu Karlu zu gelangen (keine Touren oder öffentliche Busse und die Mietautos waren alle vergeben) und ich gesundheitlich sowieso ein bisschen angeschlagen war, verbrachten wir die zwei Tage in Tennant Creek vor allem im Hotel 🙈. Mama ist zwar immer wieder ein bisschen durch den Ort spaziert, viel gab es dort allerdings nicht zu sehen 😅. Mir taten die zwei Tage Ruhe aber ganz gut und so war ich bei unserer Ankunft in Katherine auch wieder fit 😊.

Das Erste, das uns dort auffiel, waren die vielen Fledermäuse, die auf den Bäumen herumhingen 😄. Abends machten außerdem ein paar Vogelschwärme einen riesigen Lärm 😁.

Nein, das sind keine Früchte, sondern Fledermäuse, die vom Baum hängen 😄

Am nächsten Tag machten wir dann eine sehr schöne Bootsfahrt durch den Nitmiluk Nationalpark. Danach wanderten wir noch über einen kleinen Weg zu einem Aussichtspunkt und genossen den Blick über die Katherine Gorge ☺️.

Katherine Gorge im Nitmiluk-Nationalpark
Nitmiluk-Nationalpark
Katherine Gorge

Nach einer vergleichsweise kurzen Busfahrt (ca. 4 Stunden) erreichten wir dann auch schon Darwin, die Hauptstadt des Northern Territory. Entlang der Küste der Stadt gibt es viele wunderschöne Strände. Abgesehen von einem kleinen abgetrennten Bereich am Hafen, eignet sich das Meer hier aber nicht sehr gut fürs Schwimmen🐊 🐊. 

Darwin Harbour (bzw. ein kleiner Teil davon)
Küste von Darwin
Küste von Darwin

Um die unterschiedlichen Teile der Stadt besser erkunden zu können, kauften wir uns ein Tagesticket für den Hop On/Hop Off-Bus. So konnten wir auch beim East Point, wo keine öffentlichen Busse hinfahren, einen kleinen Spaziergang machen. Am Abend beschlossen wir dann, die ganze Runde noch einmal mitzufahren, um uns die Audiokommentare in Ruhe anzuhören.  Wir waren die einzigen Passagiere im Bus und der Chauffeur war so nett, uns zusätzlich noch ein bisschen etwas zu erzählen ☺️. Am Abend wagten sich dann auch die Wallabies aus ihren Verstecken, sodass wir sie hier in Darwin ironischerweise viel besser zu Gesicht bekamen als bei unseren Ausflügen in die unterschiedlichen Nationalparks 😁.

Wallabies
Wallabies

Ein besonderes Highlight war auch der Night Market am Mindill Beach, der zwei Mal pro Woche stattfindet. Dort stellen nicht nur die unterschiedlichsten KünstlerInnen aus, man kann sich auch kulinarisch verwöhnen lassen und anschließend (oder währenddessen 😁) den Sonnenuntergang am Strand genießen ☺️.

Mindill Beach Market
Sonnenuntergang am Mindill Beach

Auch von Darwin aus erkundeten wir natürlich wieder zwei Nationalparks. Zuerst machten wir eine zweitägige Tour in den Kakadu-Nationalpark, dann eine Tagestour in den Litchfield-Nationalpark. Im Kakadu-Nationalpark besuchten wir zwei unterschiedliche Galleries, bei denen man entlang eines kleinen Rundweges Aborigines-Wandmalereien sehen konnte. Außerdem machten wir zwei Bootsfahrten. Dabei ging es einmal vor allem um Krokodil-Beobachtungen (Wir haben auch einige gesehen 🤗🐊). Bei der zweiten Bootsfahrt hatten wir dann einen Aborigines-Guide, der uns über die Tier- und Pflanzenwelt und deren Bedeutung für die Aborigines informierte und uns sozusagen sein Zuhause zeigte 😊. Auch hier konnten wir wieder ein paar Krokodile erblicken; es war aus der Ferne aber oft gar nicht so leicht festzustellen, ob es sich bei dem, was wir sahen, um einen Baumstamm, einen Felsen oder doch ein Krokodil handelte 😄 (Oder wie unser Guide sagen würde: „Logodile, rockodile or crocodile?“ 😂)

Felsmalereien in der Ubirr Gallery
Ausblick von der Ubirr Gallery
Yellow Water Billabong
Achtung, Krokodil 😁
Einfach mal gemütlich neben dem Boot herschwimmen, könnte ja wer reinfallen 😜
Auch bei der zweiten Bootsfahrt am East Alligator River sahen wir wieder ein paar Krokodile (Alligatoren gibt es in Australien aber nicht 😄)

Wir bekamen an den zwei Tagen zwar schöne Einblicke in den Kakadu-Nationalpark, hätten uns für über 1.000 AUD pro Person aber ehrlich gesagt etwas mehr erwartet…

Die zweite Tour traf dann besser unseren Geschmack 😊. Im Litchfield-Nationalpark besuchten wir praktisch einen Wasserfall nach dem anderen, zu denen wir auch immer hinunterwandern konnten ☺️.  Außerdem machten wir einen kurzen Stopp bei riesigen Termitenhügeln 😲. Bei den Wanderungen waren wir übrigens teilweise ganz froh, dass auf den Wegen doch einige Leute vor uns unterwegs waren und wir uns so darauf verlassen konnten, dass die riesigen Spinnenweben (inkl. riesiger Spinnen) auch wirklich nur neben und nicht über den Weg gesponnen worden waren 😅.

Florence Falls
Tolmer Falls
Wangi Falls
Golden Orb Spider bei den Wangi Falls
Termitenhügel

Unsere Zeit in Darwin verging also wie im Flug 😊. Als Nächstes stehen dann Kununurra und der Purnululu-Nationalpark am Programm 🤗.

 

Alice Springs und Outback-Tour

Nach unserer Ankunft in Alice Springs begannen wir gleich damit, die Stadt ein bisschen zu erkunden. Wir spazierten durch den botanischen Garten, der (zumindest zu dieser Jahreszeit) aber nicht wirklich beeindruckend war. Danach wanderten wir den kurzen Pfad zum ANZAC Hill hinauf, auf dem sich ein Kriegerdenkmal befindet. Außerdem hat man von dem Hügel einen schönen Ausblick über Alice Springs und die umliegenden Berge ☺️.

ANZAC Hill
Ausblick vom ANZAC Hill

Am nächsten Tag startete dann auch schon unsere erste Tour 🤗. Der Tagesausflug führte uns zu den schönsten Flecken der West MacDonnell Ranges: Simpson’s Gap, Standley Chasm, Ochre Pits, Ormiston Gorge (hier machten wir eine kleine Wanderung zum Aussichtspunkt über der Schlucht) und Ellery Creek Bighole.

Simpson’s Gap
Standley Chasm
Ochre Pits
Ormiston Gorge Lookout
Ellery Creek Bighole

Außerdem besuchten wir das Flynn Memorial. Dabei handelt es sich um das Grab von John Flynn, der 1928 den Royal Flying Doctor Service gründete und damit auch den Menschen im Outback eine medizinische Versorgung ermöglichte.

Flynn Memorial

Bei der Rückfahrt hatten wir das Glück, zwei Keilschwanzadler beobachten zu können. Sie saßen ganz gemütlich auf einem Ast neben der Straße. Sogar unser Guide meinte, dass sie die größten Raubvögel Australiens noch nie so schön zu Gesicht bekommen hatte.

Keilschwanzadler

Das eigentliche Highlight unserer Zeit in Central Australia war aber unsere 3-tägige Tour durchs Outback. Gemeinsam mit einer richtig netten Gruppe und einem etwas verrückten Guide besuchten wir Uluru, Kata Tjuta und Kings Canyon 😊. Unser erster Halt war die Felsformation Kata Tjuta, wo wir eine kurze Wanderung machten und von unserem Guide viele interessante Informationen zur Entstehung und Zusammensetzung der Felsen sowie deren Bedeutung für die Aborigines bekamen.

Kata Tjuta (vom Bus aus)
Kata Tjuta
Kata Tjuta

Danach fuhren wir gleich weiter, um es rechtzeitig zum Sonnenuntergang zum Uluru zu schaffen 😊

Uluru bei Sonnenuntergang

Am nächsten Tag konnten wir den Uluru (Aussprache übrigens mit Betonung auf dem letzten u – Das hört man bei uns irgendwie immer falsch 😁) dann noch einmal von der Nähe betrachten. Nach dem schönen Sonnenaufgang wanderten wir um den Felsen herum 😊. Außerdem besuchten wir noch das Uluru Cultural Center, bevor wir die vierstündige Fahrt zum Kings Canyon antraten.

Uluru bei Sonnenaufgang
Uluru
Uluru
Uluru (in der Regenzeit ist hier ein Wasserfall)

So berühmt der Uluru auch ist, der beeindruckendste Teil der Tour war für mich eindeutig der Kings Canyon. Circa vier Stunden wanderten wir über beziehungsweise durch den Canyon und konnten dabei alle paar Minuten eine neue, wunderschöne Seite der Schlucht entdecken 🤩.

Kings Canyon
Kings Canyon
Kings Canyon
Kings Canyon
Kings Canyon
Kings Canyon
Kings Canyon

Die beiden Nächte verbrachten wir in Camps in großen Zelten mit jeweils zwei Betten pro Zelt. Die erste Nacht war richtig kalt 🥶. Im zweiten Camp hatten wir dann Gott sei Dank warme Decken 😊. Kurz nach der Abreise aus dem zweiten Camp begegneten wir endlich einem der typisch australischen Tiere: Unser erstes wildes Känguruh lässt zwar immer noch auf sich warten, dafür kreuzte ein Dingo unseren Weg 😊.

Unser Camp in der ersten Nacht
Sonnenaufgang im Camp

Zum Abschluss der Tour ging es dann noch mit (fast) der ganzen Gruppe in eine Bar in Alice Springs 😊 .

Uns blieben danach noch zwei Tage, um uns die weiteren Highlights der Kleinstadt anzusehen.  Im Museum des Royal Flying Doctor Service kann man unter anderem in ein ausgestelltes Flugzeug klettern oder mit eine VR-Brille einen Flug mitverfolgen 😊.

So sieht es im Inneren eines Flugzeuges des Flying Doctor Services aus.

Auch die Telegraph Station ist einen Besuch wert. Dank ihr konnte die Dauer der Nachrichtenübermittlung aus/nach Europa von mehreren Wochen auf einen Tag verkürzt werden.

Telegraph Station

Unser letzter Stopp in Alice Springs war dann der Desert Park. Hier gibt es viele Informationen zur Pflanzen- und Tierwelt der australischen Wüste 😊.

Desert Park
Desert Park

Es geht wieder los! – Sydney

Nach ein paar Wochen Unterbrechung konnte meine Reise am 2. Mai wieder weitergehen 🤗. Da Australien aber doch noch ein Stück weiter weg ist als Südamerika, war die Anreise dieses Mal auch etwas beschwerlicher. Zuerst ging es mit dem Zug nach München (Die Flüge ab Wien waren nicht so toll 😅). Von dort flogen wir dann über Singapur nach Sydney. Der eigentliche Plan wäre ja gewesen, dass ich direkt von Chile aus nach Australien fliege und meine Mutter, die mich für ein paar Wochen besuchen kommt, in Sydney treffe. Aufgrund meiner kurzen Auszeit zuhause sind wir jetzt gemeinsam nach Australien geflogen 😊.

An unserem ersten Tag in Sydney erkundeten wir dann auch gleich das berühmte Hafenviertel 😊. Mein allererstes Foto von Australien ist somit tatsächlich das Sydney Opera House 😁.  Die Führung durch die Oper machten wir aber erst am nächsten Tag. Vorher spazierten wir vorbei an der Harbour Bridge, durch den Stadtteil The Rocks zum Darling Harbour, wo wir uns das Aquarium von Sydney ansahen.  

Sydney Opera House
Harbour Bridge
Darling Harbour

Am nächsten Tag besuchten wir dann ein paar Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum. Außerdem hatten wir Tickets für das Tower Eye und eine Führung durch die Oper. Das Tower Eye ist ein Fernsehturm mit einer Aussichtsplattform auf ca. 250 m Höhe. Von dort aus hat man einen tollen Blick über alle Seiten der Stadt. Von oben merkt man erst so richtig, wie groß Sydney tatsächlich ist 😯(und wie orientierungslos ich wäre, müsste ich mich mit einem Boot im Hafengebiet zurechtfinden😅).

Blick vom Tower Eye über den Hafen von Sydney
Blick vom Tower Eye über Sydney (links unten St. Mary’s Cathedral)

Auf dem Weg zum Turm haben wir außerdem beobachtet, wie ein Flugzeug eine Nachricht im Himmel hinterlassen hat. Die Romantikerinnen in uns sind natürlich davon überzeugt, dass es sich dabei um eine Liebeserklärung gehandelt haben muss. Wir konnten sie aber nicht entziffern, vielleicht war es auch einfach Werbung 😂.

„Liebeserklärung“ über Sydney

Die Führung durch die Oper war da definitiv informativer 😁. Das Gebäude ist nicht nur von außen, sondern auch von innen sehr beeindruckend. Außerdem hatten wir sogar das Glück, dem Australischen Ballett kurz bei den Proben zusehen zu können 😊.  

Unter dem Dach der Oper von Sydney

An unserem letzten Tag in Sydney ging es dann zum Strand 😊. Am Bondi Beach haben wir ein paar Surfer beobachtet und sind dann ein Stück des Küstenwanderweges entlang spaziert. Für den ganzen Weg hat uns leider die Zeit gefehlt, aber wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt meiner Reise wieder nach Sydney zurückkomme, steht das ganz oben am Programm 😊.  

Bondi Beach
Coastal Walk
Coastal Walk

Vorerst geht es jetzt aber raus aus der Großstadt ins Outback nach Alice Springs 🤗.

Ein paar Tage in Argentinien

Von Chile Chico aus wollte ich die Grenze nach Los Antiguos in Argentinien überqueren. Da wegen der strengen Corona-Vorschriften in Chile momentan keine öffentlichen Busse zwischen den beiden Ländern hin- und herfahren, blieb mir nichts anderes übrig als zu Fuß über die Grenze zu gehen. Ich teilte mir also mit zwei Israelis ein Taxi bis zum chilenischen Grenzposten. Von dort aus mussten wir dann mit unserem gesamten Gepäck 5 km zu Fuß zum argentinischen Grenzposten spazieren. Die Zollbeamtin war dann so nett, uns ein Taxi nach Los Antiguos zu rufen 😊.

Im „Niemandsland“ zwischen Chile und Argentinien

Nach dem Grenzort Los Antiguos war mein erster Stopp in Argentinien die Kleinstadt Bariloche. Um dorthin zu gelangen, musste ich aber erst einmal 12 Stunden mit dem Bus Richtung Norden fahren. In Bariloche hatte ich eigentlich eine Wanderung und eine Radtour geplant. Da es die meiste Zeit in Strömen regnete, hatte ich dazu aber keine Lust und blieb in der Stadt.

Bariloche
Bariloche

Bariloche ist als die „Schokoladen-Hauptstadt“ Argentiniens bekannt, was man auch leicht daran erkennt, dass in der Hauptgeschäftsstraße ungefähr jedes 3. Gebäude eine Chocolaterie ist 😋. Ich verbrachte also sehr viel Zeit damit, Schokolade zu shoppen und konnte mich nach einem Spaziergang im Regen perfekt mit einer Tasse heißer Schokolade aufwärmen 😊. Außerdem gibt es in Bariloche auch ein Schokoladen-Museum, in dem man unter anderem Skulpturen patagonischer Tiere, die aus Schokolade geformt wurden, bewundern kann 😊.

Schokoladen-Pinguine im Museo de Chocolate
Schokoladen-Puma im Museo de Chocolate

Unerwarteterweise war Bariloche dann auch vorerst der letzte Stopp auf meiner Reise. Ich habe mich nämlich aus persönlichen Gründen dazu entschlossen, erst einmal für ein paar Wochen nach Hause zu fliegen und meine Reise dann im Mai wieder fortzusetzen.

Weiter entlang der Carretera Austral zwischen Puyuhuapi und Cochrane

Am Weg weiter Richtung Süden führte mich die Carretera Austral in den kleinen Ort Puyuhuapi, der ganz in der Nähe des Queulat-Nationalparks liegt. Dorthin wollte ich auch für meine nächste Wanderung. Das Highlight des Nationalparks ist der „Ventisquero Colgante“, ein Gletscher am Rande eines Abgrundes, bei dem es immer so aussieht, als würde er bald hinunterfallen 😁.

Der Hauptwanderweg dauert 2-3 Stunden und führt zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Ventisquero Colgante. Die Wanderung war zwar sehr schön, aber etwas zu überlaufen. Beim Rückweg musste ich alle 20-30 m entweder stehenbleiben, um Wanderer am Weg nach oben vorbeizulassen, oder mich irgendwie an ihnen vorbeizwängen 🙈.

Im selben Sektor des Nationalparks gibt es auch noch mehrere ganz kurze Wanderwege, zum Beispiel zu einem See oder einem weiteren Aussichtspunkt. Da nach dem längeren Weg noch relativ viel Zeit blieb bis der Bus mich wieder abholen kam, spazierte ich auch die kurzen Wege entlang und genoss die schöne Aussicht 😊.

Puyuhuapi
Queulat-Nationalpark
Queulat-Nationalpark
Queulat-Nationalpark
Ventisquero Colgante
Queulat-Nationalpark

Am nächsten Tag ging es dann auch gleich weiter nach Coyhaique, wo ich das gleichnamige Naturschutzgebiet erkunden wollte. Dieses ist vor allem für seine vielen kleinen Seen bekannt. Da ich leider kein Taxi fand, das mich ins Naturschutzgebiet bringen konnte, musste ich den Weg dorthin zu Fuß gehen und hatte deshalb nicht mehr genug Zeit für die längere Wanderung. Deshalb ging ich nur die kürzere Strecke zum ersten See und wieder zurück. Es begann dann auch ziemlich stark zu regnen, sodass ich schlussendlich ganz froh war, etwas früher zurück zu sein 😁.

Coyhaique
Reserva Nacional Coyhaique

Umso länger gestaltete sich meine nächste Wanderung. Vom Ort Cerro Castillo aus wollte ich im Cerro Castillo-Nationalpark den Berg Cerro Castillo besteigen, auf dem ein wunderschöner See – die Laguna Cerro Castillo – liegt (Kreativität bei der Namensgebung: 1+ 😂). Auch hier waren die Informationen der Nationalpark-Homepage wieder nicht ganz richtig und die Entfernung zum Beginn des Wanderweges war um Einiges weiter als angegeben. Gott sei Dank wurde ich auf halber Strecke von einer Familie aus Santiago aufgegabelt, die mich mit dem Auto zum Eingang mitnahm. Während der Fahrt und beim Anstehen für die Eintrittstickets kamen wir dann auch ins Gespräch und schlussendlich wanderten wir den ganzen Tag zusammen 😊. Nach 4 Stunden Aufstieg hatten wir es dann auch geschafft und wurden mit einem unglaublichen Ausblick belohnt – auf der einen Seite des Bergkammes lag der See, auf der anderen Seite konnten wir über das ganze Tal sehen. Wir hatten dabei anscheinend richtig Glück: Die Tage zuvor war es so neblig gewesen, dass man in Richtung Tal überhaupt nichts gesehen hat.  Der Abstieg sollte dann eigentlich schneller gehen, gestaltete sich dann aber doch als langwierig. Valentina, die Tochter der Familie, hatte große Probleme mit ihrem Knie und konnte nur unter Schmerzen langsam hinuntergehen. Da wir erst relativ spät von oben weggingen, kamen wir erst kurz vor 9 Uhr abends komplett fertig wieder beim Eingang an. Gott sei Dank konnte ich dann auch wieder mit der Familie mit in den Ort fahren 😊

Am Weg zum Eingang
Blick übers Tal – Der kleine Ort ist Cerro Castillo
Laguna Cerro Castillo
Laguna Cerro Castillo

An meinem nächsten Stopp Puerto (Río) Tranquilo warteten dann gleich zwei der absoluten Höhepunkt der Carretera Austral auf mich: die Catedral/Capilla de Mármol und die Laguna de San Rafael mit dem gleichnamigen Gletscher.

Die Catedral und die Capilla de Mármol sind zwei von hunderten von Marmorformationen im See Lago General Carrera. Der Lago General Carrera ist der größte See Chiles. Durch ihn verläuft auch die Grenze zu Argentinien. Wie groß der See wirklich ist, habe ich schon bei meiner Fahrt nach Puerto Tranquilo gemerkt. Wir sind mit dem Bus nämlich ca. eine Stunde am Lago General Carrera entlanggefahren und haben dabei ungefähr die halbe Breite des Sees zurückgelegt. Seine Fläche beträgt über 1.800 Quadratkilometer – er ist damit also mehr als 3x so groß wie der Bodensee.

Blick auf den Lago General Carrera
Am Lago General Carrera
Entlang der Küste gibt es hunderte kleine Höhlen im Marmorgestein
In einer der Marmorhöhlen
Catedral de Mármol
Capilla de Mármol

Dass ich die Laguna San Rafael überhaupt noch sehen konnte, war großes Glück. Als ich das erste Mal angefragt hatte, war die Tour nämlich bei allen Agenturen ausgebucht. Es hat dann aber doch noch jemand abgesagt, deshalb konnte ich im letzten Moment noch den Platz übernehmen 🤗. Das Besondere an der Laguna San Rafael ist der Gletscher, der in sie hineinverläuft. Dabei handelt es sich um den am nördlichsten gelegenen Gletscher der Südhalbkugel, der nicht ins Süß- sondern ins Salzwasser „fällt“. Um zum Glaciar San Rafael zu gelangen, mussten wir aber erst 2 Stunden mit dem Bus und dann noch zwei Stunden mit dem Boot fahren. Je näher wir dem Gletscher kamen desto häufiger und größer wurden auch die Eisbrocken, die uns in dem Fjordsee entgegenschwammen. Wir konnten wenig später auch selbst beobachten wie immer wieder kleinere oder größere Teile des Gletschers abbrachen und ins Wasser fielen. Auch einen See-Elefant haben wir ganz kurz vorbeischwimmen sehen 😊.

Am Weg zum Gletscher
Am Weg zum Gletscher
Glaciar San Rafael
Glaciar San Rafael

Von Puerto Tranquilo aus fuhr ich dann noch einmal ein kleines Stück weiter Richtung Süden nach Cochrane. Den Ort nutze ich aber eigentlich nur als Ausgangspunkt für meinen Ausflug nach Caleta Tortel. Caleta Tortel ist ein kleines Dorf, in dem es keine Straßen, sondern nur Holzstege gibt, die entlang der Küste und zu den Häusern verlaufen. Was mich in dem Ort außerdem sehr überrascht hat, war, wie viele Kolibris dort herumgeflogen sind. Ich habe die kleinen Vögel zwar auch schon an anderen Orten meiner Reise gesehen, das war aber immer in den Tropen. Im kalten Patagonien hätte ich eigentlich nicht mit ihnen gerechnet 😄.

Fahrt nach Caleta Tortel
Caleta Tortel
Caleta Tortel
Caleta Tortel
Kolibri
Am Weg zurück nach Cochrane

In Cochrane endete auch meine Reise entlang der Carretera Austral. Von hier aus fahre ich jetzt nach Chile Chico und über die Grenze nach Argentinien 😊.

Chaotische Zeiten in Hornopirén und Chaitén

Nach fast einem Monat in Chile kam ich am Beginn der legendären Carretera Austral an. Die Carretera Austral (Ruta 7) führt von Puerto Montt nach Villa O’Higgins und ist die einzige Landverbindung in den Süden Chiles. Sehr lange kam man dort überhaupt nur mit Flugzeug oder Schiff hin, erst 1976 wurde mit dem Bau der Straße begonnen. Entlang der Strecke liegt ein Nationalpark nach dem anderen, weshalb sie auch bei Touristen sehr beliebt ist. Einen negativen Beigeschmack hat die so wichtige Verkehrsverbindung aber immer noch; sie gilt nämlich auch als DAS Prestigeprojekt des Diktators Pinochet. Außerdem führt auch die Carretera Austral nicht ganz in den Süden des Landes. Will man in den äußersten Süden (und zum Torres del Paine, dem wohl berühmtesten Nationalpark Chiles), ohne in ein Flugzeug oder auf eine mehrtägige Fähre zu steigen, bleibt nur der Landweg über Argentinien.

Dass das Vorhaben, die Carretera Austral ohne Mietauto, nur mit Bussen zurückzulegen, nicht ganz einfach sein wird, war mir schon klar, nachdem ich mich nach den häufigsten Tipps für die Reise Richtung Süden erkundigt habe:

1. Buche die Unterkünfte weit im Voraus, sie sind in der Hauptsaison (Jänner/Februar, also jetzt gerade) sehr schnell ausgebucht.

2. Die Busse sind nicht wirklich zuverlässig und fahren nicht jeden Tag, es ist also wichtig, möglichst flexibel zu bleiben.

Die perfekte Kombination also 😁

Ich habe dann relativ bald festgestellt, dass es wirklich nicht mehr leicht ist, eine Unterkunft einen Monat im Voraus zu buchen (nicht einmal heuer, wo wegen der strengen Einreisebestimmungen viele internationale Touristen ausbleiben). Gott sei Dank habe ich es aber doch noch geschafft, in allen Orten ein Zimmer zu finden 😊.

Mein erster Stopp entlang der Carretera Austral war das idyllische Dorf Hornopirén, das ganz nahe am gleichnamigen Nationalpark liegt. So nahe, dass ich beschloss, zu Fuß hinzugehen (ca. 8 km), um dann dort eine kleinere Wanderung zu einem Wasserfall zu machen. Der Weg dorthin führte ebenfalls entlang der Carretera Austral (wie sollte es anders sein, sie ist ja außerhalb der Dörfer die einzige Straße dort 😅). Obwohl die Aussicht sehr schön war, war der Weg zum Eingang des Nationalparks doch ziemlich zäh, weil die Straße ausgerechnet hier kaum Kurven macht und ich somit immer nur auf ewig langen Geraden dahinspaziert bin. Zurück habe ich mir das dann nicht mehr angetan und bin mit dem Taxi gefahren 😄.

Hornopirén
Hornopirén

Ein bisschen Unterhaltung gab es dann aber doch: Nach ca. der Hälfte des Weges gesellten sich nämlich zwei Hunde zu mir 😄. Anfangs dachte ich mir noch, dass sie nach ein paar Minuten sicher umkehren würden, als sie mir immer weiter folgten, begann ich aber langsam zu überlegen, was ich beim Eingang des Nationalparks mit den beiden mache. In chilenischen Nationalparks sind Hunde nämlich verboten. Nachdem sie mir eine Stunde lang nachgelaufen waren (und immer brav auf mich warteten, wenn ich kurz stehenblieb), kamen wir dann beim Nationalpark an. Wie erwartet wurde ich dort auch gleich darauf hingewiesen, dass die Hunde nicht reindürfen. Ich habe dem Mitarbeiter beim Eingang dann erklärt, dass mir die Hunde nicht gehören, sie mir aber schon eine ganze Weile nachlaufen. Gemeinsam haben wir dann versucht, sie beim Eingangstor auszusperren – was auch funktioniert hat, nur schlüpften sie halt immer wieder neben dem Tor unter dem Zaun durch 😅🙈. So hat dann auch der Nationalpark-Mitarbeiter festgestellt, dass uns keine Möglichkeit mehr bleibt, die beiden auszusperren. Er meinte dann einfach nur, ich solle weitergehen und wenn sie mir nachlaufen, laufen sie mir eben nach 😅.

Das taten sie dann auch wirklich noch weitere 1,5 Stunden bis wir beim Abstieg zum Wasserfall waren. Dort wurden sie dann aber fast zum Problem. Der Mitarbeiter dort verstand zwar, dass ich nichts dafür konnte, dass sie mir nachliefen, ließ mich aber trotzdem nicht zum Wasserfall hinunter, weil mir die Hunde wieder folgen würden und sie dort wirklich verboten waren.  Gott sei Dank bot mir dann eine andere Mitarbeiterin an, die Hunde wegzulocken und sie zurück zum Eingang zu bringen, sodass ich zum Wasserfall gehen konnte 😊. Nachdem ich dann ein paar hundert Meter mit ihnen mitgegangen war (und sie mir nebenbei noch Tipps für den Nationalpark gab, der als Nächstes bei mir am Programm stand 😊), ließen sich die Hunde dann auch davon überzeugen, bei ihr zu bleiben und ich konnte zurück zum Eingang des Wasserfalles gehen 😊. Ich habe die beiden Lauser später beim Rückweg aber trotzdem noch einmal gesehen, als sie anderen Wanderern nachgelaufen sind (natürlich wieder in den Nationalpark hinein 😂).

Mein persönliches Security-Team am Weg zum Nationalpark – So haben sie auf mich gewartet, wenn ich kurz stehengeblieben bin 😁

Der Abstieg zu dem Wasserfall war gar nicht so einfach. Der Boden war nass und rutschig und es ging richtig steil nach unten, sodass sogar Seile gespannt waren, an denen man sich festhalten bzw. beim Rückweg hochziehen konnte. Es waren aber ziemlich viele Leute am Weg, die sich alle gegenseitig geholfen haben 😊.

Nationalpark Hornopirén
Cascada Río Blanco

Am nächsten Tag wollte ich dann eigentlich eine Bootsfahrt durch die Fjorde machen, es war aber zu windig, sodass die Boote nicht fahren konnten 😢.

Das noch größere Problem waren aber die Busse zu meinem nächsten Aufenthaltsort Chaitén. Die Busse fahren drei Mal in der Woche von Puerto Montt weg über Hornopirén, wo ich zugestiegen wäre, nach Chaitén. Mir wurde schon zuvor von meinen Gastgebern in der Unterkunft gesagt, dass man die Sitzplätze im Bus nicht vorreservieren kann und es immer wieder vorkommt, dass der Bus voll nach Hornopirén kommt und man nicht mehr mitfahren kann. Genau das ist dann auch passiert und so konnten weder ich noch die ca. 20 anderen Personen, die mit mir bei der Haltestelle gewartet hatten, einsteigen. Der nächste Bus ging erst 3 Tage später. Auch die Fähre, die in dieselbe Richtung fährt (und auf die dann auch der Bus gefahren wäre), war mehrere Tage im Voraus ausgebucht (auch für einzelne „Fußgänger“) 😩. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Situation in ein paar Tagen anders sein würde, habe ich mich dazu entschlossen, zurück nach Puerto Montt zu fahren, um bei der ersten Station einzusteigen und dann dasselbe Problem hoffentlich nicht noch einmal zu haben. Ich bin dann noch am selben Tag zurückgefahren und habe erst einmal ewig nach einer Unterkunft gesucht, schließlich aber doch noch ein Zimmer für die nächsten Tage gefunden 😊. Drei Tage später konnte ich dann Gott sei Dank auch in den Bus einsteigen, es war aber auch dort schon so, dass einige Leute nicht in den Bus reingekommen sind, weil er (ganz am Beginn der Strecke!) schon voll war. Ich will mir wirklich nicht vorstellen wie das Ganze vor Corona ausgesehen hat 🙈.

Auf der Fähre Richtung Chaitén
Auf der Fähre Richtung Chaitén

Da ich ja schon alle Unterkünfte im Voraus buchen musste, verlor ich praktisch zwei Tage in Chaitén und hatte nur einen Tag Zeit, mir die Umgebung und den riesigen Pumalín-Nationalpark anzusehen.

Gleich nach meiner Ankunft wollte ich versuchen, mein Busticket für die nächste Fahrt zu besorgen. Also ging ich zur Touristeninfo und wartete dort einmal in der Schlange. Nach ca. einer halben Stunde bestätigte mir der ältere Herr, der dort arbeitete, dass ich das Ticket hier kaufen könnte 😊. Als er herausfand, dass ich aus Österreich war, begann er auch gleich, mir mit den Sätzen „Ich bin der Sonnenschein von Chaitén“ und „Ich bin ein Scherzkeks“ seine Deutschkenntnisse zu präsentieren. Mit beidem hatte er nicht ganz Unrecht. Nachdem er mich ins Büro gebeten hatte, wo auch noch ein chilenisches Pärchen wartete, musste er nämlich ganz dringend was aus seinem Auto holen. Zurück kam er mit so etwas Ähnlichem wie einer Ukulele. Während er sich noch darüber beschwerte, dass seine Mitarbeiterin nicht arbeiten möchte und er deshalb alles allein machen muss,  begann er auch gleich mit einem kleinen Konzert 😅. Nach zwei Stücken versuchten die beiden Chilenen dann, ihn vielleicht doch dazu zu bewegen, ihnen jetzt ihr Ticket zu verkaufen 😄. Nachdem er noch ein bisschen weiter herumgezupft hatte, tat er das dann auch endlich. Dann fiel ihm aber ein, dass er mit dem jungen Mann zuvor schon darüber gesprochen hatte, dass er ihm vielleicht ein Video zu seiner Musik drehen würde und so holte er auch noch seinen Lautsprecher aus dem Auto und spielte einen selbstgeschriebenen Song auf seinem Handy ab – und auch gleich noch einen zweiten 😅. Während mir die beiden jungen Chilenen schon entschuldigende Blicke zuwarfen, war dem Musiker offenbar überhaupt nicht bewusst, dass ich mittlerweile seit fast einer Stunde darauf wartete, von ihm ein Busticket zu bekommen 🙈. Auch nach mir waren noch Leute gekommen, die er ebenfalls in den kleinen Raum bat, sodass sie zuhören konnten. Stress hatte er aber trotzdem keinen 😅. Schlussendlich habe ich es dann aber doch geschafft, mein Ticket zu kaufen 😊.

In Chaitén wollte ich eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt machen, von dem aus man schön auf einen Gletscher sieht. Laut Homepage der Parkverwaltung ging der Wanderweg direkt vom Eingang an der Carretera Austral 2,5 km hin und dann wieder dieselben 2,5 km zurück. Beim Eingang angekommen stellte ich dann aber fest, dass man erst einmal 6-7 km gehen musste, um zum Anfangspunkt des Wanderweges zu gelangen. Somit wurde meine Wanderung um Einiges länger als geplant. Nach der Wanderung sollte ich den Taxifahrer, der mich zum Eingang gebracht hatte, anrufen, damit er mich wieder abholte. Sollte ich beim Eingang keinen Empfang haben, müsse ich einfach ein paar Meter zurückgehen, dort gäbe es wieder Empfang (er zeigte mir ein bestimmtes Haus). Natürlich hatte ich dann auch dort keinen. Ich konnte mich dann aber mit zwei Chilenen zusammentun, die ebenfalls nach Chaitén wollten und Empfang hatten, um ein Taxi zu rufen 😊.

Chaitén bei Sonnenuntergang
Nationalpark Pumalín
Nationalpark Pumalín
Nationalpark Pumalín

Am nächsten Tag fuhr ich dann auch schon wieder weiter nach Puyuhuapi, wo der nächste berühmte Nationalpark (Queulat) auf mich wartete 😊.

Pucón und Puerto Varas

Als ich in in Pucón ankam, vergaß ich fast für einen Moment, dass ich mich gerade in Südamerika befand. Die malerische Kleinstadt am See könnte nämlich durchaus auch ein Sommertourismus-Ort in Österreich sein (würde da nicht immer irgendwo ein Vulkan hervorblitzen 😁) . Kein Wunder also, dass ich mich hier sofort sehr wohlgefühlt habe 😊.

In und um Pucón gibt es auch richtig viel zu sehen. Nach meiner Ankunft bin ich gleich einmal herumspaziert und habe den wunderschönen Blick auf den Lago Villarrica genossen. Dafür hätte ich übrigens nicht einmal das Hostel verlassen müssen – das lag nämlich direkt am See 😊.

Pucón

Meine erste Wanderung von Pucón aus ging zum 8 km entfernten Claro-Wasserfall. Der Weg dorthin war zwar anstrengend, aber nicht wirklich aufregend. Die meisten Leute gehen nur die letzten 20 Minuten zu Fuß und fahren alles andere mit dem Auto. Deshalb ist auch nur das letzte Stück ein richtiger Wanderweg. Die erste Hälfte der Strecke ging ich eine viel befahrene Straße entlang, bevor ich dann eine richtig steile Schotterstraße hinauf zum Parkplatz wanderte. Die Einheimischen hatten anscheinend auch ziemliches Mitleid mit mir – es sind nämlich (Hin- und Rückweg zusammengezählt) insgesamt fünf Autos stehengeblieben und haben mich gefragt, ob ich mitfahren will 😄. Ich habe meine Wanderung aber konsequent zu Fuß durchgezogen 💪😁.

Claro-Wasserfall

Am nächsten Tag ging es dann gleich zum nächsten Wasserfall (dieses Mal aber mit dem Bus 😄). Nach einem kurzen Spaziergang am Strand von Caburgua fuhr ich weiter zu den Ojos de Caburgua, die man in ein paar Minuten über einen kleinen Wanderweg und Holzstege erreicht.

Caburgua-See mit Strand
Ojos de Caburgua

Außerdem machte ich wieder einmal einen richtig schönen Ausritt durch Wälder und Wiesen mit Blick auf die Vulkane der Umgebung 😊.

An meinem letzten Tag in Pucón wollte ich eigentlich im Nationalpark Huerquehue wandern gehen. Zum Schutz des Nationalparks und wegen Covid wird aber nur eine sehr begrenzte Anzahl an Eintrittstickets verkauft, von denen ich leider keines mehr erwischte. Ich habe mich dann noch extra bei einigen Touragenturen erkundigt, ob sie Kontingente für Leute haben, die bei ihnen buchen. Die ersten paar Agenturen haben abgesagt, schlussendlich habe ich dann aber doch eine gefunden, die eine (total überteuerte) Tour mit Transport und Eintritt in den Nationalpark verkaufte. Später haben dann aber auch sie gemerkt, dass es keine Tickets mehr gibt und die Tour wieder abgesagt (ist ja nicht so als hätte ich extra gefragt). Jetzt bin ich immer noch am Herumdiskutieren, weil sie sich weigern, mir das Geld zurückzugeben, obwohl die Tour nie stattgefunden hat 😩.

Ich habe mir dann stattdessen einen schönen (aber anstrengenden) Tag im Cañi-Naturschutzgebiet gemacht. Die lange Wanderung führte über insgesamt 17 km 1.100 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter. Am Weg nach oben gab es mehrere Aussichtspunkte, an denen ich kurz durchschnaufen konnte. Der Ausblick vom Gipfel war die Mühe aber definitiv wert 😊. Der Abstieg war dann auch noch einmal herausfordernd, weil der trockene Sand im steilen Gelände sehr rutschig war, und man die ganze Zeit aufpassen musste, nicht auf dem Hintern zu landen 😅 (Ich habe es auch FAST geschafft 😁🙈). Auf jeden Fall kam ich dann sehr erschöpft wieder unten an und habe mir erst einmal ein spätes Mittagessen gegönnt 😊.

Reserva Natural Cañi
Reserva Natural Cañi
Araukarien-Bäume sind für diese Region so typisch, dass sie ihr sogar den Namen gegeben haben (La Araucanía)

Laut meines eigentlichen Plans wollte ich von Pucón nach Puerto Montt weiterfahren, um dort einige Ausflüge in die Umgebung zu machen. Ich habe dann aber den sehr guten Tipp bekommen, mir lieber im nahegelegenen Puerto Varas eine Unterkunft zu suchen, da der Ort viel netter und entspannter ist als Puerto Montt. Nachdem ich mittlerweile beides gesehen habe, bin ich auch richtig froh über diese kurzfristige Planänderung (Danke, Mirjam!) 😊.

Puerto Varas ist, ähnlich wie Pucón, ein schöner Ort direkt am See, von dem aus man einige tolle Ausflüge machen kann.

Puerto Varas
Blick auf die umliegenden Vulkane

Ich habe dort als Erstes eine laaange Tagestour (von 7 Uhr morgens bis 10 Uhr abends) auf Chiloé, die zweitgrößte Insel Chiles, gemacht. Dort besichtigten wir unter anderem einige der berühmten Holzkirchen und machten eine Bootsfahrt entlang der typischen Pfahlbauten, die sogar zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Leider wurden im Dezember sechs dieser Fischerhäuser bei einem Großbrand zerstört 😢.

Kirche von Chacao
Kirche von Castro
Pfahlbauten von Castro

Außerdem besuchten wir den Parque Ecológico y Mitológico, einen Waldabschnitt, in dem die unterschiedlichsten Sagengestalten der Insel nachgestellt und erklärt werden. Chiloé gilt wegen der vielen dort existierenden Mythen nämlich auch als die „Magische Insel“.

Am nächsten Tag fuhr ich dann mit dem Bus nach Frutillar, einem kleinen Ort, der im 19. Jahrhundert von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Dort gibt es auch das Museo Colonial Alemán, in dem man sich ansehen kann, wie die Familien dort damals lebten.

Frutillar
Das Landshaus im Museo Colonial Alemán
Museo Colonial Alemán

Mit einer weiteren richtig schönen organisierten Tagestour fuhr ich dann noch in den Nationalpark Vicente Pérez Rosales und zum Osorno-Vulkan. Dabei machten wir zwei Bootsfahrten, einmal in der Laguna La Poza und einmal im Lago Todos Los Santos, besichtigten die Wasserfälle Saltos del Petrohué und fuhren ein Stück den Vulkan Osorno hinauf, wo ich dann auf eigene Faust noch ein bisschen herumgewandert bin 😊. Noch weiter hinauf kommt man übrigens mit einem Sessellift. Der Osorno ist nämlich einer von mehreren Vulkanen der Umgebung, auf denen man im Winter Skifahren kann 🤩. 

Lago Todos Los Santos
Lago Todos Los Santos
Saltos del Petrohué
Saltos del Petrohué
Blick vom Osorno-Vulkan
Blick vom Osorno-Vulkan
Gipfel vom Osorno-Vulkan

So schön die Vulkane anzusehen sind, sie stellen natürlich auch ein Risiko für die Bevölkerung dar. Viele Vulkane in Chile sind aktive Vulkane, so auch der Calbuco in der Nähe von Puerto Varas. Dieser brach 2015 ohne Vorwarnung aus, was dazu führte, dass so viel Asche auf die Stadt „regnete“, dass dort sogar Häuser unter dem Gewicht zusammenbrachen und Straßen nicht mehr befahren werden konnten (anscheinend lag an gewissen Stellen bis zu 1,5 m hoch Asche auf der Straße 😱). Gott sei Dank hat es in der Zeit danach aber viel geregnet, sodass die Asche relativ schnell weggespült wurde (und sehr viel gewachsen ist 😁).

Für mich geht es jetzt nach anderthalb Wochen in der Seenregion (und einem kurzen Stopp in Puerto Montt) entlang der legendären Carretera Austral durch Patagonien 😊.

Endlich in Chile – Meine Woche in Santiago

Ursprünglich hätte diese Reise ja in Santiago starten sollen (und zwar im November 2020 – HAHA 🙈). Da Chile die Grenzen aber erst sehr spät geöffnet hat, konnte ich auch im September 2021 noch nicht einreisen und musste umplanen. Mittlerweile darf man zwar rein, die Auflagen sind aber sehr streng: vollständig geimpft + geboostert, 2 PCR-Tests (einen, der bei der Einreise vorgezeigt werden muss, und einen direkt bei der Ankunft in Chile), Quarantäne bis das (negative) Ergebnis des 2. PCR-Tests da ist (max. 24 Stunden) und das übliche Einreiseformular, in dem man noch einmal erklären muss, dass man keine Symptome hat. Dazu kommt der sogenannte „Autoreporte“, ein Online-Formular, das noch einmal nach den Symptomen fragt und die ersten zehn Tage nach Einreise jeden Tag ausgefüllt werden muss (ist eine Arbeit von einer halben Minute, aber man sollte es halt nicht vergessen 😁).

Mit all den zu überprüfenden Dokumenten und dem PCR-Test hatte ich schon die Befürchtung, dass die Einreise eine Ewigkeit dauern wird. Der Flughafen in Santiago ist aber Gott sei Dank richtig gut organisiert, sodass alles sehr schnell ging und ich beim Test und bei der eigentlichen Einreise jeweils nur ca. 10 Minuten anstehen musste 😊.

Nach ca. 10 Stunden hatte ich dann auch mein PCR-Test-Ergebnis und konnte endlich die Stadt erkunden 😊. Im Gegensatz zu dem, was mir im Vorhinein oft gesagt wurde, gibt es in Santiago nämlich richtig viel zu sehen!

Zuerst besuchte ich die Klassiker im Zentrum der Stadt: Plaza de Armas, La Moneda, Teatro Municipal, Museo de Bellas Artes, etc. Am besten gefiel mir aber der Cerro Santa Lucia, ein Hügel direkt im Zentrum, auf dem ich ca. 2 Stunden herumspaziert bin. Dabei gab es an jeder Ecke irgendetwas Neues zu entdecken: imposante Gebäude, malerische kleine Plätze, Brunnen und natürlich der schöne Ausblick über die Stadt.

Kathedrale von Santiago
La Moneda
Cerro Santa Lucia
Cerro Santa Lucia
Cerro Santa Lucia

Am Fuße des Cerro Santa Lucia kann man dann gleich durch den Stadtteil Lastarria schlendern. Hier gibt es jede Menge nette Cafés und einen kleinen Buch- und Kunstmarkt.

Lastarria

Wenn man sich für Street Art interessiert, kann man auch durch das Viertel Yungay spazieren und die schönen Wandmalereien bewundern 😊

Street Art in Yungay

Außerdem befindet sich in Santiago mit dem Parque Metropolitano einer der größten Stadtparks der Welt (der größte Lateinamerikas). Zum Park gehört auch der Cerro San Cristóbal, der höchste Hügel der Stadt. Ich habe nur 1-2 Stunden im Parque Metropolitano verbracht, um die Aussicht zu genießen, es gibt dort aber die unterschiedlichsten Attraktionen (Zoo, Museen, Schwimmbäder, Wanderwege, etc.), sodass man gut auch ein paar Tage damit verbringen könnte, den Park anzusehen 😄

Ausblick vom Parque Metropolitano
Parque Metropolitano
Parque Metropolitano

Ein weiterer toller Ort, um dem Trubel der Stadt ein bisschen zu entfliehen, ist das Centro Artesanal Los Dominicos. Dort verkaufen die unterschiedlichsten Künstler ihre Arbeiten. Von Holz- und Metallarbeiten über Textilien und Keramik findet man hier alles, was das Herz begehrt 😁. Teilweise kann man den KünstlerInnen auch direkt bei der Arbeit zusehen. Mit den kleinen Cafés und Läden fühlt sich Los Dominicos an wie ein kleines Dorf mitten in der Stadt.

Los Dominicos
Los Dominicos

Es ist aber noch gar nicht so lange her, da sah das Leben in Chile noch ganz anders aus. Zwischen 1973 und 1990 herrschte General Augusto Pinochet in einer brutalen Militärdiktatur. Tausende Menschen (vor allem politische Gefangene) „verschwanden“, nachdem sie in eines der Gefangenenlager gebracht wurden. Viele von ihnen wurden bis heute nicht gefunden. Es gibt in Santiago mehrere Möglichkeiten, über die Geschehnisse dieser Zeit zu lernen. Am besten dafür geeignet ist wahrscheinlich das Museo de la Memoria y los Derechos Humanos, in dem dieser Teil der Geschichte unter anderem mit Zeitungsartikeln und Interviews von ehemaligen Gefangenen aufgearbeitet wird. Auch das Gebäude eines der ehemaligen Straflager (Londres 38) kann man besichtigen.

Ich persönlich finde es interessant und wichtig, mich bei meinen Reisen auch mit weniger schönen Themen der Geschichte zu beschäftigen, da es oft gerade die sind, die die heutige Gesellschaft und Politik des Landes am meisten prägen. So ging es ja auch bei den heftigen Protesten in Chile 2020 darum, die geltende Verfassung zu ändern, da diese noch aus den Zeiten der Militärdiktatur stammt und somit Punkte enthält, die in einer Demokratie einfach nicht mehr zeitgemäß sind.

Neben all den Sehenswürdigkeiten in der Stadt kann man von Santiago aus auch einige Touren in die Umgebung unternehmen. Dazu gehören zum Beispiel die Besichtigung der heute verlassenen Minenstadt Sewell (momentan wegen Covid leider nicht möglich) oder ein Ausflug ins Valle del Maipo mit dem Embalse El Yeso. Dabei handelt es sich um einen riesigen Stausee, aus dem 40% des Trinkwassers in Santiago stammen. In der Nähe gibt es auch einen kleinen Wasserfall, bei dem wir im Rahmen der Tour ebenfalls kurz stehengeblieben sind 😊.

Embalse El Yeso
El Yeso-Wasserfall

Meine Woche in Santiago verging also wie im Flug. Ich werde mich jetzt langsam weiter Richtung Süden „arbeiten“, um auch sicher dann in Patagonien zu sein, wenn es dort noch „warm“ ist 😊.

Cusco und Puno

Lange hat es gedauert, aber nach insgesamt fast drei Monaten in Peru habe ich es doch noch nach Cusco geschafft 😁. Circa anderthalb Wochen war ich in diesem Städtchen, in dessen Umgebung es so viel zu sehen gibt, dass man wohl Monate beschäftigt wäre (vor allem wenn man sich für mehrtägige Trekkingtouren begeistert) 😊. Cusco selbst ist voll mit alten, engen Gässchen, die zum gemütlichen Herumschlendern einladen (wenn man nicht gerade dabei ist, den Taxis Platz zu machen, die versuchen, sich irgendwie durchzuquetschen 😅).

Aufgrund der Höhe (3.400 m) ließ ich es am Anfang ruhig angehen und machte zuerst einmal eine halbtägige Tour zu unterschiedlichen archäologischen Städten in der direkten Umgebung von Cusco: Coricancha, Saqsaywaman, Q’enco, Puka Pukara und Tambomachay. Dazwischen machten wir noch einen kurzen Stopp bei einer kleinen Schneiderei, in der uns erklärt wurde, wie man echte Alpakawolle von Fake-Alpakawolle unterscheiden kann. Ich muss aber zugeben, dass die Unterschiede für mich entweder nicht ersichtlich oder einfach nicht in die Praxis umsetzbar waren. (Ich laufe halt normalerweise nicht mit einem Feuerzeug über den Markt und zünde Pullover an, um zu sehen, ob die Wolle brennt oder nicht 😂).

Coricancha
Saqsaywaman

Nach zwei relativ entspannten Tagen stand dann das absolute Highlight einer jeden Cusco- (bzw. Peru-) Reise am Programm. Gemeinsam mit Una (wir haben immer noch dieselbe Route 😁) mache ich mich auf den Weg nach Aguas Calientes, von wo aus wir am nächsten Tag früh morgens mit dem Bus zu Machu Picchu hinauffahren. Bevor wir die Ruinen besichtigen, ist aber noch eine Wanderung angesagt 😊. Und die ist anstrengender als gedacht: Der Weg zum Gipfel der Montaña Machu Picchu besteht nämlich zu 100% aus Stufen, die teilweise so steil und schmal sind, dass wir auf allen Vieren hinaufklettern müssen, um nicht nach hinten zu kippen 😅. Anscheinend liebt man es in Lateinamerika, überall haufenweise Stufen zu bauen, um die Höhenmeter möglichst schnell zu überwinden. Normale Wanderwege, die einfach nur steil nach oben gehen, hatte ich bis jetzt noch kaum.  Nach circa 1 Stunde und 45 Minuten sind wir dann aber oben angekommen und stehen (wenig überraschend – wir waren vorgewarnt) im dichten Nebel. Im Laufe des Vormittags zieht der Nebel aber normalerweise weg und man hat einen wunderschönen Ausblick auf Machu Picchu. Wir machten es uns also auf ein paar Bänken gemütlich, packten unsere Jause aus und warteten. Nach ca. 10 Minuten gesellte sich dann noch ein Kolumbianer zu uns. Er hatte für den Weg nach oben nur 50 Minuten gebraucht – sehr motivierend 😂.

Etwas später kamen dann noch ein paar Kolumbianer an; das waren dann aber auch schon die einzigen Menschen, die wir während unserer 2 Stunden am Gipfel zu Gesicht bekamen. Die meisten Leute wandern nämlich auf den Berg auf der anderen Seite von Machu Picchu, den man auf dem typischen Postkarten-Foto im Hintergrund sieht. (Das klassische „Eiffelturm-Phänomen“, – Benennung by me 😁 – das ich persönlich überhaupt nicht verstehe. Jeder muss rauf, um den Blick über Paris zu genießen, wobei beim Blick über Paris halt immer etwas fehlt, wenn man den Eiffelturm nicht sieht, weil man darauf steht 😄. Da gehe ich viel lieber auf einen anderen Aussichtspunkt und sehe den Eiffelturm.) Dasselbe gilt für Machu Picchu. Deshalb haben wir uns bewusst dazu entschieden, auf den Berg der gegenüberliegenden Seite zu wandern, um den berühmten Blick über Machu Picchu mit Berg direkt im Hintergrund zu bewundern 😊. Nach circa einer Stunde kam dann auch die Sonne heraus, sodass wir unsere hundert Fotos machen konnten, bevor wir dann wieder abstiegen und die beeindruckenden Ruinen besichtigten 😊. Danach fuhren wir auch schon wieder zurück nach Cusco. Unsere Wanderung spürten wir in den nächsten Tagen aber noch ordentlich in den Oberschenkeln 😅.

Aussicht von der Montaña Machu Picchu – Before
After

Trotzdem machten wir uns nach einem Tag Pause auf zur nächsten Wanderung. Mit einer geführten Tour ging es zur wunderschönen Laguna Humantay. Dafür fuhren wir mit dem Bus auf eine Höhe von ca. 3.800 m und wanderten von dort in ca. 1,5 Stunden hinauf auf 4.200 m – dieses Mal Gott sei Dank ohne Stiegen! 😊 Dank Coca-Tee und Unas Kräuterkapseln hatten wir mit der Höhe aber keine Probleme und die Wanderung war viel weniger anstrengend als die bei Machu Picchu. Am meisten beeindruckt hat uns bei der Tour aber eine 77-jährige Peruanerin, die zwar mit dem Pferd hinaufritt, nach ein paar Fotos in cooler Pose aber voller Elan und ohne ein Anzeichen von Müdigkeit hinunterwanderte.

Topmotiviert am Anfang der Wanderung 🙂
Laguna Humantay 🤩
Laguna Humantay
Una und „Oma“ 😄

Da für Una mit Wochenbeginn die Sprachschule startete, machte ich die nächsten beiden Touren dann wieder alleine.

Dabei ging es zuerst ins Valle Sagrado, ins Heilige Tal der Inka. Besonders interessant fand ich dabei die Terrassen von Moray. Hier bauten die Inka nicht nur die unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Produkte an, sie härteten bestimmte Sorten wie Kartoffeln oder Mais auch darauf ab, in anderen Höhen zu wachsen, als sie das normalerweise tun würden, indem sie sie langsam Stufe für Stufe an die neue Höhe gewöhnten. Außerdem besuchten wir auch die Salzterrassen von Maras und die archäologischen Städten Pisaq, Ollantaytambo und Chinchero.

Moray
Salineras von Maras
Ollantaytambo
Pisaq

Meine letzte Tour von Cusco aus führte mich dann noch zur Montaña Palccoyo. Durch die unterschiedlichen Mineralien im Boden bekommt der Berg bunte Farben. Die meisten Touristen fahren nicht zum Palccoyo sondern zum Vinicunca, dem klassischen „Rainbow Mountain“.  Dieser ist aber sehr überlaufen und liegt noch ein bisschen höher als der Palccoyo, weshalb in der Regenzeit oft Schnee liegt, sodass man die typischen Farben überhaupt nicht sieht. (Wie ich im Nachhinein von anderen gehört habe, war das auch an dem Tag der Fall, an dem ich unterwegs war.) Am Palccoyo lagen zwar auch ein paar Schneeflecken, richtig bedeckt waren die Berge aber nicht ☺️. Außerdem hatten meine Gruppe und ich (insgesamt 6 Personen) die drei bunten Berge, die man von den Aussichtsplattformen sieht, komplett für uns alleine. Das geht beim Vinicunca erfahrungsgemäß nur dann, wenn man hinaufsprintet und alle anderen hinter sich lässt (liebe Grüße an Markus und Karin 😁).

Palccoyo
Kleine Alpakalehre 😁 Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Alpaka, die man vor allem am Fell unterscheidet: das Huacaya-Alpaka (links) und das Suri-Alpaka (rechts)
Auch der Fluss ist rot

Bei meiner Abreise aus Cusco hieß es dann Abschied nehmen von Una 😢. Nachdem wir ca. drei Wochen sehr viel gemeinsam unterwegs gewesen waren, trennten sich hier unsere Wege. Una fährt jetzt noch weiter in den Norden, während meine Zeit in Peru schon fast vorbei ist. Einen kurzen letzten Stopp hatte ich dann aber doch noch vor.

Deshalb nahm ich noch einmal den Bus von Cusco nach Puno um von dort aus eine Tour zu den schwimmenden Inseln am Titicaca-See zu machen. Diese Inseln wurden von den Uros gebaut, die ursprünglich am Ufer des Sees lebten. In der Kolonialzeit flohen sie dann aber vor der Versklavung durch die Spanier auf den See und wohnten anfangs überhaupt nur in Booten. Später bauten sie dann kleine Schilfinseln, die sie mit Stöcken als Anker befestigten, sodass sie jetzt wie Boote am See treiben. Wenn diese Inseln gut gepflegt werden, können die Uros so ca. 40 Jahre auf ihnen leben, bevor sie sich wieder eine neue Insel bauen müssen. Der Tourismus ist für die Familien dort die Haupteinnahmequelle. Bevor man zu den Inseln kommt, gibt es eine Kontrollstelle, an der den Touranbietern mitgeteilt wird, zu welcher der 200 Inseln sie an dem Tag fahren dürfen. So wird sichergestellt, dass jede Insel gleich oft besucht und keiner vergessen wird.

Kontrollstelle der Uros
Inseln mit den traditionellen Booten der Uros
Modell der Bauweise der Inseln

Mein weiterer Plan wäre jetzt eigentlich gewesen, mit dem Bus nach Arequipa und von dort aus über die chilenische Grenze zu fahren. Wegen Omikron hat Chile aber die Öffnung der Landesgrenze zu Peru verschoben, weshalb mir nichts Anderes übrigbleibt, als noch einmal nach Lima zurückzukehren und mit einem richtig überteuerten Flug nach Chile einzureisen 🙈.